Unter Zugzwang

Wie Varane und Marcelo zum Sicherheitsrisiko für Zidane werden

Varane (2. von l.) und Marcelo (2. von r.) zählten gegen Donezk zu den schwächsten Spielern.
Varane (2. von l.) und Marcelo (2. von r.) zählten gegen Donezk zu den schwächsten Spielern. Foto: Getty

Real Madrid steht nach den blamablen Pleiten gegen Cadiz (0:1) und Schachtjor Donezk (2:3) unter Zugzwang. Die Königlichen um ihren in der Kritik stehenden Cheftrainer Zinedine Zidane brauchen im Clasico am Wochenende gegen den FC Barcelona eine schnelle Antwort. Abhängig wird der Franzose auch von den notwendigen Leistungssteigerungen seiner Spieler sein. Allen voran ins Visier geraten Raphael Varane und Marcelo, die gegen Donezk besonders schwach performten.

"Ein totales Desaster von Real Madrid in der Champions League", titelte die spanische Sportzeitung Marca nach der 2:3-Auftaktpleite gegen Donezk. Die Blancos legten von Beginn an eine katastrophale Leistung an den Tag und kassierten bereits im 1. Durchgang drei Gegentreffer. In der Defensive mangelte es an Abstimmung, das Stellungsspiel war fehlerhaft. In einer Online-Umfrage der Marca zu den Leistungen der Real-Profis gerieten die beiden Verteidiger Raphael Varane und Marcelo besonders in den Fokus. Während Marcelo auf dem letzten Platz landete, belegte sein französischer Kollege mit dem 11. Rang den zweitschlechtesten aller Verteidiger.

Marcelo "Lichtjahre" von Top-Form entfernt - Varane "kein Anführer"

"In der Verteidigung kann man sich nicht auf ihn verlassen. Er ist Lichtjahre von dem brillanten Spieler entfernt, der er einmal war. Schade, aber er ist da, um höchstens in der Copa del Rey zu spielen, aber ansonsten nicht", urteilte die Marca selbst über Marcelo. Der Brasilianer rutschte wohl auch nur in die Startelf, da sein eigentlicher Konkurrent auf der linken Seite, Ferland Mendy, dieses Mal auf der rechten Seite spielte. Mit Alvaro Odriozola und Daniel Carvajal fallen die beiden anderen Außenverteidiger derzeit verletzt aus.

In der Zentrale hingegen kam Varane bei der Kritik noch ein Stück besser weg. "Er sollte der Anführer anstelle von Sergio Ramos (wurde geschont; d. Red.) sein, doch das hat er nicht geschafft", schrieb die Marca. In der Liga sonst so stark, präsentierte sich Varane in der Champions League erneut schwach. Im Achtelfinal-Rückspiel der Vorsaison war er bei der 1:2-Niederlage gegen Manchester City an beiden Gegentreffern hauptverantwortlich, gegen Donezk schoss er das Eigentor zum 0:2 und leistete auch bei den restlichen beiden Toren keine Gegenwehr.

Zidane ist auf seine Spieler gegen Barcelona angewiesen

Am kommenden Samstag (16 Uhr) geht es für Real Madrid zum Clasico gegen den Erzrivalen FC Barcelona. Ein Sieg ist für die Madrilenen nach den zwei Niederlagen absolute Pflicht, denn für Cheftrainer Zinedine Zidane wird die Luft immer dünner. Gibt es gegen die Katalanen die nächste Blamage, gerät 'Zizou' noch stärker in die Kritik.

In der Defensive kann der Real-Coach immerhin wohl wieder auf Kapitän Sergio Ramos setzen. Varane wird daneben trotz seines Auftritts in der Königsklasse gesetzt sein - und muss dafür sorgen, dass er mehr Sicherheit ausstrahlt. Selbiges gilt für Marcelo, der erneut in der Startelf zum Einsatz kommen könnte. Beide zuletzt wackelnden Defensivakteure müssen das Vertrauen ihres Trainers mit Leistung zurückzahlen, andernfalls könnte Zidane derjenige sein, der am Ende den Preis dafür bezahlt.

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Adrian Kuehnel  
23.10.2020