Eintracht Frankfurt

Wie Phönix aus der Asche: Hütters Plädoyer für Weltmeister Durm

Frankfurts Erik Durm (r.) durfte gegen Leipzig über die volle Distanz ran. Foto: Imago

Die Startelfnominierung von Erik Durm bei Eintracht Frankfurt gegen RB Leipzig überraschte. Doch der Weltmeister von 2014 ließ seinem Trainer Adi Hütter keine Wahl.

Aus dem Deutsche Bank Park in Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Benjamin Heinrich

Manch einer im Umfeld der Hessen hatte nicht mal damit gerechnet, dass Erik Durm bei Eintracht Frankfurt überhaupt im Aufgebot für das Heimspiel gegen RB Leipzig steht. Doch der 28-Jährige startete gegen die Sachsen auf der rechten Außenbahn gleich in seinem ersten Saisoneinsatz überhaupt. Das letzte Mal stand der ehemalige Dortmunder im Februar in der Startelf der Eintracht. "Es war vielleicht mutig, einem Spieler, der lange nicht gespielt hat, in so einem Spiel das Vertrauen zu geben", erklärte Trainer Adi Hütter nach der Partie auf Nachfrage von fussball.news. Doch Durm habe ihm keine Wahl gelassen: "Ich habe mir das natürlich lange überlegt. Aber ich habe mich für ihn entschieden, weil er in den letzten Wochen im Training nicht nur gut, sondern auffällig, außergewöhnlich gut trainiert hat - in jedem Training."

Durms Einsatz als Zeichen für den Rest des Teams

Harte Arbeit zahlt sich aus, der eigentlich schon abgeschriebene Durm, der in der vergangenen Transferperiode lange als heißer Kandidat für einen Abgang galt, hat sich zurückgebissen: "Wenn jemand so trainiert, dann bin ich der Meinung, hat er die Berechtigung eine Chance zu bekommen. Für mich hat er den Einsatz total gerechtfertigt." Über die volle Distanz durfte der Weltmeister von 2014 mitwirken. Ein Zeichen für alle Spieler im Kader der Hessen: "Das gilt nicht nur für Erik, das gilt für jeden anderen genauso." Hängen lassen im Training sei "nie ein gutes Zeichen." Durm hingegen habe gezeigt, "'ich bin immer noch da'. Ich habe mich für die Option entschieden und bin trotz allem gut damit gelegen."

Durm: "Habe versucht, immer Gas zu geben"

Und der Spieler selbst? Der gab sich nach der Partie bescheiden: "Heute habe ich mal wieder die Chance bekommen. Es war ein schönes Gefühl. Es hat einfach Spaß gemacht." Dass Hütter die guten Leistungen im Training sah und belohnte, freute den Defensivspieler umso mehr: "Man freut sich immer, wenn die Trainingsarbeit belohnt werden. Ich habe einfach versucht, immer Gas zu geben, alles rauszuhauen." Daran dürften sich in den nächsten Wochen auch andere Akteure bei der Eintracht ein Beispiel nehmen. Und Durm hat sich beim 1:1 gegen Leipzig in jedem Fall wieder zurück in den Fokus gespielt und damit den Grundstein für einen Verbleib gelegt. Keeper Kevin Trapp freute sich für seinen Kollegen: "Es freut mich sehr für ihn, weil viele ihn schon abgeschrieben haben." Doch Durm ist zurück. Wie ein Phönix aus der Asche.

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Benjamin Heinrich  
22.11.2020