Großes Plus

Über 75 Millionen Euro: Wie die Eintracht bei den Topspielern Marktwerte generiert

Drei der fünf wertvollsten Eintracht-Spieler: Andre Silva, Filip Kostic und Daichi Kamada (v.l.). Foto: Imago

Auf beeindruckende Weise hat Eintracht Frankfurt in den letzten Jahren bei ihren Top-5-Spielern Marktwerte generiert, von denen sie nun profitieren kann. Gezielte, durchdachte Transfers ermöglichten ein dickes Plus in Sachen Marktwerte.

Eintracht Frankfurt hat vor zwei Jahren eine Art Königstransfer getätigt. Mit Filip Kostic verpflichteten die Hessen einen vermeintlich gescheiterten Profi zunächst per Leihe (600.000 Euro Leihgebühr) und später für sechs Millionen Euro fest vom Hamburger SV. Der serbische Linksaußen nahm die erhoffte Entwicklung, verfügt jetzt laut transfermarkt.de über einen Marktwert von 32 Millionen Euro, der ohne die Coronakrise wohl noch höher ausfallen würde. Es ist jedenfalls der Topwert bei den Frankfurtern. Klar ist, dass die Eintracht bei einem künftig möglichen Verkauf von Kostic mit einem großen Gewinn rechnen darf.

Silva zweitwertvollster Spieler

Ähnlich verhält es sich bei Frankfurts Stürmer Andre Silva, der die Hessen "nur" neun Millionen Euro gekostet hat. Silva besitzt einen Marktwert von 24 Millionen Euro. Da der Deal mit dem AC Mailand aber auch mit einem Tauschgeschäft von Ex-Eintracht-Stürmer Ante Rebic einherging, ist davon auszugehen, dass die Eintracht effektiv kaum etwas an Ablöse gezahlt hat. Zwar haben die Frankfurter mit Ante Rebic auch einen wertvollen Spieler abgegeben, mit dem Portugiesen aber gleichzeitig den zweitwertvollsten Akteur in ihren Reihen nun fest verpflichtet.

Kamada mit größter Gewinnspanne

Das prozentual größte Plus haben die Verantwortlichen der SGE allerdings mit Daichi Kamada gemacht. Der Japaner wechselte 2017 für den Schnäppchenpreis von 1,6 Millionen Euro von Sagan Tosu an den Main und besitzt aktuell einen Marktwert von 12 Millionen Euro. Tendenz steigend. Als potentielles Tafelsilber gilt auch Innenverteidiger Evan N'Dicka, den sich die Eintracht 2018 immerhin 5,5 Millionen Euro kosten ließ. Mittlerweile steht beim Franzosen ein Marktwert von 22,5 Millionen Euro. Auch bei N'Dicka wird die Eintracht bei einem künftig möglichen Verkauf einen ordentlichen Gewinn verbuchen können. Ebenfalls im Portfolio: Verteidiger Martin Hinteregger wurde für insgesamt 10 Millionen Euro vom FC Augsburg verpflichtet, sein Marktwert beträgt derzeit 18 Millionen Euro.

Vorreiter Haller und Jovic

Insgesamt beläuft sich der Marktwert von Kostic, Silva, Kamada, N'Dicka und Hinteregger auf 108,5 Millionen Euro - das ist bereits über die Hälfte des kompletten Kaderwerts von Eintracht Frankfurt (184,9 Millionen Euro). Wenn man bedenkt, dass die Eintracht für ihre Top-Fünf-Marktwertspieler nur rund 32 Millionen Euro ausgegeben hat, dafür aber einen Martwert von rund 109 Millionen Euro eingekauft hat, ist das ein Plus von über 75 Millionen Euro! Dabei ist das Modell, Spieler für eine verhältnismäßig geringe Ablöse zu verpflichten, den Marktwert zu steigern, um dann einen entsprechenden Gewinn zu generieren, nicht neu. Schon bei Sebastien Haller und Luka Jovic machten es die Verantwortlichen um Sportvorstand Fredi Bobic vor. Mit den beiden Stürmern erzielten die Hessen einen Gewinn von rund 80 Millionen Euro. Ein Modell mit Zukunft bei der Eintracht!

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Benjamin Heinrich  
12.10.2020