Harte Kritik

Watzke: Verhalten der FIFA "eine einzige Katastrophe"

Watzke ist Vizepräsident des DFB. Foto: Matthias Hangst/Getty Images
Watzke ist Vizepräsident des DFB. Foto: Matthias Hangst/Getty Images

Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke missfällt das Verhalten der FIFA. Der Weltfußballverband untersagte der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Katar das Tragen der "One-Love"-Binde und drohte empfindliche Sanktionen an. Watzke sieht bei der FIFA daher einen Imageschaden.

"So wie die FIFA sich momentan abbildet, das ist ja eine einzige Katastrophe", erklärt Hans-Joachim Watzke im Interview mit Sky. Der Geschäftsführer von Borussia Dortmund sagt: "Ich bin erster Vizepräsident des DFB, von daher ist ja klar, dass ich da nach Doha gehe. Aber die FIFA macht es uns momentan sehr schwer, denn wir haben in den ganzen Wochen immer eine klare Position bezogen, dass alle Menschen gleich sind und dass das auch genau bitteschön so zu respektieren ist." Er werde dies "immer wieder sagen".

"FIFA hat sich damit insgesamt keinen Gefallen getan"

Watzke prophezeit: "Ich glaube, mit dem, was die FIFA jetzt gemacht hat, ist das Thema eigentlich noch mehr auf die Agenda gekommen. Und ich glaube, dass sie sich damit insgesamt auch keinen Gefallen getan hat, wer auch immer da diese Entscheidungen getroffen hat." Zur Entscheidung des DFB, bei der Weltmeisterschaft in Katar auf das Tragen der "One-Love"-Binde zu verzichten, sagt der 63-Jährige: "Es ist ganz einfach: Die Spieler haben jahrelang darauf hingearbeitet, eine WM zu spielen. Und wenn wir dann mit sportlichen Sanktionen bedroht werden, das ist passiert, da müssen wir uns nix vormachen. Dann fragst du dich, unsere Haltung ist bekannt, wir werden die auch weiter nicht verändern, aber sollten wir das der Mannschaft zumuten, das Ganze möglicherweise um irgendwelche sportlichen Früchte gebracht werden?" Deshalb sei die Entscheidung gefallen. "Ich respektiere jeden, der sagt, man hätte anders entscheiden müssen. Aber meistens ist es auch einfacher, über eine Entscheidung zu richten oder drüber zu reden, als diese treffen zu müssen", hält der BVB-Boss fest.

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Adrian Kuehnel  
24.11.2022