Trennung nach Pokalsieg 2017

Watzke über Tuchels Scheitern: "Eigentlich eine Tragik"

Freunde wurden Watzke und Tuchel nie. Foto: Imago
Freunde wurden Watzke und Tuchel nie. Foto: Imago

Lucien Favre sammelt dieser Tage Argumente für eine Vertragsverlängerung bei Borussia Dortmund. Der Schweizer mag mit dem BVB noch keinen Titel gewonnen haben, jedoch entwickelt er die Mannschaft und leistet seinen Beitrag zum guten Betriebsklima. Bei Thomas Tuchel haperte es daran.

Der zwischenzeitlich bei Paris Saint-Germain tätige Übungsleiter gewann 2017 den DFB Pokal, musste anschließend aber wegen unüberbrückbarer interner Differenzen seinen Hut nehmen. Hans-Joachim Watzke hält den damaligen Entscheid weiterhin für alternativlos. "Es heißt ja immer, man soll vor seiner eigenen Tür kehren. Aber ich sehe da bis heute nicht den großen Fehler bei mir", so der Geschäftsführer des BVB im.Sandra Maischberger Podcast der ARD.

"War eine Top-Lösung"

"Es ist eine Tragik eigentlich. Tuchel ist ein außergewöhnlich guter Trainer. Nach Jürgen Klopp war das eine Top-Lösung, weil er unfassbare Fähigkeiten auf dem Platz hat", erklärt Watzke. Jedoch habe die Konstellation beim BVB nicht harmoniert. Dies bezieht sich nicht nur auf das Verhältnis von Tuchel zum Chef, sondern ganz allgemein auf die interne Zusammenarbeit mit dem Trainer. 

"Schwieriger Mensch, aber ein fantastischer Trainer"

"Es hat ja mit keinem der Protagonisten beim BVB funktioniert", so Watzke. "Aber ich würde jetzt Tuchel auch nicht zu meinen Feinden zählen. Thomas ist ein schwieriger Mensch, aber ein fantastischer Trainer." Vermutlich ist er auch ein etwas besserer Trainer als Favre, der dafür um einiges besser mit den übrigen handelnden Personen umgeht. Für Tuchel war nach zwei Jahren Schluss, bei Favre könnte es nach drei am Saisonende weitergehen.

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Lars Pollmann  
27.11.2020