Neue Strategie

Was Schalkes 4 "Outsider" Positives bewirken können

Vedad Ibisevic soll ein Faktor bei Schalke 04 werden.
Vedad Ibisevic soll ein Faktor bei Schalke 04 werden. Foto: Getty Images

Der FC Schalke 04 als Abstiegskandidat oder Kellerkind? Es wird viel geunkt rund um Gelsenkirchen. Dabei halten die Ruhrpottler einige Joker in der Hand - dazu zählt auch die neue "Outsider-Taktik" in Sachen Personalplanung.

Die Coronakrise hat den FC Schalke 04 finanziell hart getroffen, die sonst so kostspieligen Transfers konnten in diesem Sommer bislang noch nicht gestemmt werden. Dennoch bietet der Kader weiterhin Qualität - und auch die neuen Profis und Rückkehrer könnten zum S04 gut passen. fussball.news nennt vier Beispiele:

31 Sekunden ging das groß aufgemachte Video von Neuzugang Goncalo Paciencia, der Portugiese gilt als das fehlende Teilchen im Sturm der Königsblauen. Bei Eintracht Frankfurt war der Portugiese hinter Andre Silva, Bas Dost und Ragnar Ache Stück für Stück auf Stürmer-Position vier gerutscht, im Ruhrpott soll er mit seiner Kopfball- und Abschlussstärke die Torgefahr deutlich erhöhen.

Schafft es Ibisevic?

Auch einem weiteren Stürmer erging es bei seinem Ex-Klub ähnlich: Die Zeit von Vedad Ibisevic bei Hertha BSC war am Ende abgelaufen, trotz seiner noch immer ordentlichen Quote von sieben Saisontoren setzte Trainer Bruno Labbadia nun auf andere Kräfte. Auf Schalke ist der Bosnier der erste richtige Knipser seit Klaas-Jan Huntelaar. Der 36-Jährige kann, wenn richtig eingesetzt, in den entscheidenden Momenten noch immer knipsen.

Fährmann soll die Lücke im Tor schließen

Ebenfalls wird in der Defensive auf einen eigentlich schon Verstoßenen gesetzt: Mit Ralf Fährmann kam plötzlich der Torhüter zurück, der eigentlich schon komplett aussortiert war. Bei Norwich City setzte er sich nicht durch, das Abenteuer Brann Bergen endete wegen Corona nach kürzester Zeit. Doch nach dem Chaos rund um Alexander Nübel (zu sehr mit der Zukunft beschäftigt) und Markus Schubert (zu viele Patzer), soll nun wieder solide gearbeitet werden zwischen den Pfosten. Der fußballerisch nicht hochbegabte, aber auf der Linie sehr starke Fährmann, steht ganz genau dafür.

Rudy als Rechtsverteidiger

Die Lücke auf der rechten Abwehrseite wird wohl ebenfalls ein Rückkehrer schließen, der eigentlich auf Schalke abgeschrieben war: Sebastian Rudy soll den Part auf Rechts einnehmen, den er auch als Nationalspieler unter Bundestrainer Joachim Löw sechsmal bespielt hat. Nach zwei schwierigen Jahren beim FC Bayern München und auf Schalke konnte der Allrounder in Hoffenheim wieder Selbstvertrauen tanken. Schenkt ihm S04-Trainer David Wagner ebenfalls dieses Vertrauen, dann kann Rudy einen soliden Part als Rechtsverteidiger abgeben.

Die Hoffnung der Schalker für diese Saison lautet: Spieler, die nicht ganz im Fokus standen, sollen nun ihren dritten Frühling erleben. Die "Outsider"-Taktik - sie verspricht große Spannung und vielleicht unverhofften Erfolg für die Schalker.

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Christopher Michel  
16.09.2020