Deutsche Hammerlose

Acht spannende Duelle: Was sagt die Historie zum UCL-Achtelfinale?

Die Auslosung am Montag hat spannende Duelle beschert. Foto: Getty Images
Die Auslosung am Montag hat spannende Duelle beschert. Foto: Getty Images

Die Auslosung des Achtelfinals der UEFA Champions League in Nyon am Montagmittag hat acht durch und durch spannende Duelle hervorgebracht. Hierzulande ist naturgemäß vor allem das Schicksal der vier Bundesliga-Vertreter in der K.o.-Phase von großem Interesse. Allenthalben ist von 'Hammerlosen' für die deutschen Teams die Rede.

Tatsächlich geht es mit dem FC Chelsea, Manchester City, der SSC Neapel und Paris Saint-Germain für Borussia Dortmund, RB Leipzig, Eintracht Frankfurt und den FC Bayern gegen Spitzenteams. Nicht einmal der Rekordmeister ist in seinem Achtelfinale der haushohe Favorit, die drei übrigen deutschen Vertreter sind wohl sogar eher der Außenseiter ihrer jeweiligen Paarung. Aber nicht nur die acht Spiele mit Beteiligung der Bundesliga-Teams versprechen Spannung. Jede Partie bietet einen ganz eigenen Reiz. Das zeigt oft schon der Blick auf die Historie.

14. Februar und 08. März

AC Mailand vs Tottenham Hotspur

Vier bisherige Duelle liegen deutlich zurück. 1972 setzten sich die Spurs im Halbfinale des UEFA Cups gegen die Lombarden durch, 2011 eliminierte Tottenham Milan bereits einmal im Achtelfinale der Königsklasse.

Ansonsten gibt es nur wenige Verbindungen zwischen dem amtierenden italienischen Meister und den Londonern. England-Legende Jimmy Greaves wechselte 1961 von Milan zu den Spurs, es ist der einzige unmittelbare Transfer zwischen den Klubs. Im Fokus dürfte heuer Antonio Conte stehen, der bei Tottenham laut Medienberichten im Sommer das Handtuch werfen könnte, um zu Juventus zurückzukehren.

Paris Saint-Germain vs FC Bayern

Für viele Beobachter stellt das Duell zwischen den Meistern aus Frankreich und Deutschland ein vorgezogenes Finale dar. Bekanntlich ist es auch die Neuauflage eines Endspiels: 2020 setzte sich der FC Bayern in Lissabon gegen PSG durch, Siegtorschütze war ausgerechnet der Ex-Pariser Kingsley Coman.

In insgesamt elf Aufeinandertreffen hat PSG mit sechs zu fünf Siegen knapp die bessere Bilanz, auch im letzten Duell revanchierte sich das Starensemble 2021 für das verlorene Finale und schickte Bayern in der Runde der letzten Acht aus dem Wettbewerb. Neben Coman treffen im Frühjahr auch Juan Bernat und Eric Maxim Choupo-Moting auf ihre Ex-Klubs.

15. Februar und 7. März

FC Brügge vs Benfica

Das Duell der Belgier mit den Portugiesen darf wohl als Aufeinandertreffen der Überraschungsmannschaften gelten. Brügge setzte sich gegen Bayer Leverkusen und Atletico Madrid durch, Benfica gewann die Gruppe vor PSG und Juventus.

Die Achtelfinalspiele werden eine Premiere, Brügge und Benfica sind noch nie aufeinandergetroffen. Stürmer Roman Yaremchuk ist derweil erst Ende August aus Lissabon zum belgischen Traditionsklub gewechselt. 

Borussia Dortmund vs FC Chelsea

Für den BVB war Chelsea wohl der letzte große Gegner, auf den die Schwarzgelben im Europapokal noch nie getroffen sind. Bleibt für Dortmund zu hoffen, dass die jüngste Bilanz gegen englische Klubs kein schlechtes Omen ist: Von den letzten zehn Spielen gingen acht verloren, zwei Remis waren das höchste der Gefühle.

In jedem Fall gibt es in den Partien das ein oder andere Wiedersehen. Christian Pulisic dürfte dabei beim Hinspiel in Dortmund freudiger empfangen werden als Pierre-Emerick Aubameyang. Ein Pfeifkonzert für Thomas Tuchel hat sich durch dessen Beurlaubung im September erledigt.

21. Februar und 15. März

FC Liverpool vs Real Madrid

Wenn beim Duell von PSG und Bayern die Rede von einem vorgezogenen Finale ist, gilt das erst Recht für das Aufeinandertreffen von Liverpool und den Königlichen. Immerhin gab es das Endspiel schon dreimal: Im Mai sowie 2018 gewann Real, 1981 waren die Reds im Vorgängerwettbewerb der Landesmeister erfolgreich.

Jürgen Klopp hat alle seine drei Siege gegen Madrid noch als Trainer des BVB gelandet, unter anderem schaltete man 2013 die Blancos im Halbfinale aus. Sein Gegenüber Carlo Ancelotti hat nur eins der letzten elf Pflichtspiele gegen Liverpool verloren.

Eintracht Frankfurt vs SSC Neapel

Neben Brügge ist der hessische Königsklassen-Debütant wohl die größte Überraschung der Vorrunde gewesen. Zum Lohn gab es das attraktive Los des aktuellen Tabellenführers der Serie A. Dieses Duell gab es bereits 1994 im UEFA Cup, Frankfurt setzte sich im Achtelfinale mit zwei Siegen klar durch.

Insgesamt ist die Bilanz der SGE gegen italienische Teams sehr vorzeigbar. Zum Beispiel gab es 2019 einen Erfolg in der Europa League gegen Inter Mailand. Trainer der Lombarden war seinerzeit Luciano Spalletti, der heute Napoli zum Gruppensieg über Liverpool geführt hat.

22. Februar und 14. März

RB Leipzig vs Manchester City

Die bisher einzigen Duelle der Sachsen mit dem englischen Meister sind nicht lange her: In der Gruppenphase der Vorsaison gab es je einen Heimsieg für RB und die Skyblues. ManCity bringt zudem eine ganze Reihe ehemaliger Bundesliga-Profis mit.

Der prominenteste ist Erling Haaland, der sich im Januar-Transferfenster 2020 gegen Leipzig und für Dortmund entschied. Dort kam es anderthalb Jahre später zur Wiedervereinigung mit Marco Rose. Der heutige Chefcoach von RB hatte den Torjäger bereits bei RB Salzburg trainiert.

Inter Mailand vs FC Porto

Viermal sind der italienische Pokalsieger und der portugiesische Meister bisher aufeinandergetroffen. 2005 setzte sich Inter im Achtelfinale der Königsklasse durch, in der folgenden Saison waren die Teams Gruppengegner. Insgesamt fällt die Bilanz knapp zugunsten der Nerazzurri aus, die in der laufenden Spielzeit immerhin den FC Barcelona hinter sich gelassen haben.

Porto-Trainer Sergio Conceicao hat zu aktiven Zeiten für beide Vereine gespielt, bei Inter in zwei Jahren sogar rein statistisch mehr Spuren hinterlassen als bei seinem Jugendklub in Porto.

(Statistiken via Transfermarkt)

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Lars Pollmann  
08.11.2022