Ex-Profi des HSV

"Was machst du da?": Leistner erinnert seinen Dynamo-Eklat

Leistner erlebte ein denkwürdiges HSV-Debüt an alter Wirkungsstätte. Foto: Getty Images
Leistner erlebte ein denkwürdiges HSV-Debüt an alter Wirkungsstätte. Foto: Getty Images

Der Hamburger SV startet am Freitagabend mit einem Auswärtsspiel bei Dynamo Dresden ins Fußballjahr 2022. Unweigerlich werden Erinnerungen an das Aus im DFB-Pokal 2020 wach, es war das bislang letzte Gastspiel des HSV bei den Sachsen. Toni Leistner sorgte nach dem Abpfiff für einen Eklat.

Der Abwehrmann wurde von einem Zuschauer auf der Tribüne seines Ex-Klubs beleidigt, ließ sich provozieren. Vor laufenden Kameras stürmte Leistner auf den angetrunkenen Stadionbesucher zu. "Es gab auch bei mir den Punkt, wo ich dachte, was machst du da? Aber ich wollte ihn ja nur zur Rede stellen. Viel reden war da leider nicht", erinnert der heute bei VV St. Truiden aktive Ex-HSV-Profi im Podcast des Hamburger Abendblatts.

"Einfach abhaken konnte ich das nicht"

Unter anderem, weil er keinen Mund-Nasen-Schutz trug, setzte es seitens des DFB eine Geldstrafe und je zwei Spiele Sperre im Pokal und der 2. Liga. Weil Leistner zudem nach seinem Debüt im Trikot der Rothosen zum Gesprächsthema Nr.1 wurde, hatte er an dem Vorfall durchaus zu knabbern. "Die Aufarbeitung der Geschichte hat eine Zeit lang gebraucht. Einfach abhaken konnte ich das nicht", sagt der 31-Jährige. Damals wie heute beruft sich Leistner darauf, dass der Zuschauer seine Familie beleidigt habe und sich auf den Weg in den Block befand, wo seine Familie sich aufhielt. Deshalb seien ihm die Sicherungen durchgebrannt, was für viele Fußballfans eine durchaus schlüssige Erklärung darstellt.

"Stolz, dass ich überhaupt hochgekommen bin"

Inzwischen kann Leistner über den Vorfall aber auch schmunzeln. "Die Geschichte war kein Einstand nach Maß. Mit der Aktion habe ich mir keinen Gefallen getan, meinem Team nicht und meinem Geldbeutel auch nicht", sagt er im Rückblick. "Ich bin stolz, dass ich überhaupt hochgekommen bin. Da hat sich meine Sportschule im Osten bezahlt gemacht." Nach dem Eklat machte Leistner noch 19 Spiele für den Hamburger SV, der unter Neu-Trainer Tim Walter in der Saisonvorbereitung keine Verwendung mehr für den Innenverteidiger sah. Es folgte die Vertragsauflösung, nach der Leistner rasch in Belgien unterkam.

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Lars Pollmann  
11.01.2022