Marsch nur zwei, Nagelsmann gleich fünf Jahre

Was die Verträge der gewechselten Bundesliga-Trainer aussagen

Diese Trainer coachen kommende Saison alle andere Teams.
Diese Trainer coachen kommende Saison alle andere Teams. Fotomontage: Imago/fussball.news

Das Trainer-Karussell in der Bundesliga hat in dieser Woche erneut einen gewaltigen Zahn zugelegt. Durch den Wechsel von Julian Nagelsmann zum FC Bayern wurde bei RB Leipzig ein Posten frei, für den Oliver Glasner vom VfL Wolfsburg eine Zeit lang der größte Favorit zu sein schien. Nun hat Jesse Marsch von RB Salzburg den Zuschlag erhalten.

Glasners Verbleib in Niedersachsen ist deswegen aber noch lange nicht besiegelt. Schließlich gibt es bei Eintracht Frankfurt und Bayer Leverkusen noch Vakanzen, für die der Erfolgscoach der Wölfe in Frage kommen dürfte. Medienberichten zufolge gab es jeweils schon Gespräche. Offen ist auch die Trainerfrage des 1.FC Köln, während Wechsel auf der Bank bei Werder Bremen und Hertha BSC im Sommer zumindest im Bereich des Vorstellbaren liegen.

Rose-Wechsel brachte Stein ins Rollen

Tief in der Vergangenheit scheint da zu liegen, dass Borussia Dortmund den Stein ins Rollen brachte. Mit der Verpflichtung von Marco Rose von Borussia Mönchengladbach ging das bunte Treiben los, die Fohlen eisten schließlich Adi Hütter von Eintracht Frankfurt los. Die beiden Übungsleiter, Marsch und Nagelsmann stehen bislang als neue Trainer zur kommenden Saison fest. Ein Blick auf die Verträge, die sie unterschrieben haben, scheint durchaus aufschlussreich. fussball.news analysiert, was dahinter steckt.

Nagelsmann: Fünfjahres-Vertrag beim FC Bayern

Der FC Bayern stattete Julian Nagelsmann mit einem Kontrakt über gleich fünf Jahre aus. 2026 wird der Cheftrainer noch immer zu den jüngsten seiner Zunft in der Bundesliga gehören und mit Sicherheit den ein oder anderen Titel gewonnen haben. Die Vertragslänge sagt viel darüber aus, wie überzeugt der Klub von den Qualitäten des 33-Jährigen ist. Nagelsmann soll eine Ära prägen, beziehungsweise die erfolgreiche, aber kurze Ära von Hansi Flick fortsetzen. Der Mega-Vertrag passt derweil auch zur Rekord-Ablöse, die der Rekordmeister an RB Leipzig überweisen muss. Es zeigt: Der FC Bayern ist bei Nagelsmann 'all in'.

Rose und Hütter: Dreijahres-Verträge bei Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach

Während die Münchner also mit dem Vertrag für ihren neuen Trainer ein klares Statement setzen, liegen Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach mit den Deals für Marco Rose und Adi Hütter eher im Normbereich. Drei Jahre sind sozusagen Standard für Trainer, für die ihr neuer Klub sich etwa gegen Konkurrenz durchsetzen oder auch aus einem bestehenden Vertrag herauskaufen muss. Passenderweise unterschrieben sowohl Rose 2019 in Gladbach, als auch Hütter 2018 bei Eintracht Frankfurt ebenfalls zunächst für jeweils drei Jahre. Übrigens: Bei Rose hat der BVB bislang keine Vertragslaufzeit kommuniziert, sämtliche Medienberichte sind sich aber einig, dass er bis 2024 anheuert.

Marsch: Zweijahres-Vertrag bei RB Leipzig

Wenn Nagelsmann ein deutlicher Ausreißer nach oben ist, ist sein Nachfolger ein kleiner Ausreißer nach unten. Ein Kontrakt über nur zwei Jahre deutet womöglich darauf hin, dass bei den Sachsen zumindest Restzweifel bestehen, ob Jesse Marsch der Aufgabe tatsächlich gewachsen ist. Dies würden die Verantwortlichen natürlich so nie kommunizieren. Auch beim 47-Jährigen lässt sich derweil die Parallele zwischen Ablöse-Investment und Vertragslaufzeit erkennen. Laut Medienberichten muss Leipzig eine geringe siebenstellige Summe nach Salzburg überweisen. Bemerkenswert bleibt dennoch: Nagelsmann hatte beim Wechsel von der TSG Hoffenheim nach Sachsen für vier Jahre unterschrieben.

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Lars Pollmann  
01.05.2021