Über 70 Millionen Euro

"Ein Spagat" - Was DFL-Chefin Hopfen über die Ablöse für de Ligt sagt

Matthijs de Ligt ist von Juventus Turin zum FC Bayern gewechselt. Foto: Getty Images.
Matthijs de Ligt ist von Juventus Turin zum FC Bayern gewechselt. Foto: Getty Images.

Der FC Bayern hat Matthijs de Ligt für knapp 70 Millionen Euro von Juventus Turin verpflichtet. Laut Donata Hopfen, Geschäftsführerin der Deutschen Fußball Liga (DFL), wirken derlei Summen für die meisten Menschen kaum nachvollziehbar, dennoch seien sie Teil des Systems Profifußball.

Vor der Corona-Pandemie sind Ablösesummen und Gehälter sukzessive gestiegen, da die Einnahmen der Vereine durch Werbe- und Sponsoringverträge sowie Erfolge in den Wettbewerben, an denen sie teilgenommen haben, gestiegen sind. Die Pandemie hat anschließend bei vielen Vereinen große Lücken hinterlassen, doch die internationalen Spitzenklubs sind weiterhin in der Lage, viel Geld auf dem Transfermarkt zu investieren - wie der FC Bayern.

Hopfen: de-Ligt-Ablöse "für die allermeisten Menschen in keinen Bezug zu bringen"

Der deutsche Rekordmeister zahlte ohne Bonuszahlungen 137,5 Millionen Euro für seine Neuzugänge, inklusive der potenziell ausstehenden Summen sogar 170,5 Millionen Euro. Der teuerste Neuzugang dieses Sommers ist Matthijs de Ligt, der für 67 Millionen Euro plus 10 Millionen Euro Boni von Juventus Turin verpflichtet wurde. Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung darauf angesprochen, dass Summen in dieser Höhe eher für Wachstum statt Nachhaltigkeit sprechen, antwortete DFL-Chefin Donata Hopfen: "Natürlich sind diese Summen für die allermeisten Menschen in keinen Bezug zu ihrem Alltag zu bringen. Sie entstehen aus einem immer globaleren Ökosystem heraus, das der Fußball inzwischen ist, und lassen sich nur durch internationale Vorgaben regulieren."

Hopfen über Barcelona verwundert

Dennoch müsse es "auch Teil des Systems sein, die Popularität des Fußballs zu nutzen, um auf Themen aufmerksam zu machen, die für unser Zusammenleben als Gesellschaft relevant sind", sagte Hopfen und ergänzte: "Wie gesagt: ein Spagat." Auf der anderen Seite agiere der FC Bayern anders als der FC Barcelona, der trotz hoher Schulden ebenfalls über 100 Millionen Euro in Spieler investiert hat: "Natürlich stelle auch ich mir die Frage, wie ein Klub, der hochverschuldet ist, weitere Ausgaben in diesem Maße tätigen kann. Die deutschen Klubs wirtschaften mit Augenmaß, und das halte ich persönlich für richtig", sagte Hopfen.

Florian Bajus  
05.08.2022