Modifiziert in Lissabon

Warum Lahm den "alten" CL-Modus favorisiert

Philipp Lahm philosophiert über die Bundesliga.
Philipp Lahm philosophiert über die Bundesliga. Foto: Imago Images

Die Freude bei Philipp Lahm ist immens, mit dem FC Bayern holte sein Herzensklub in diesem Jahr das Triple. Aufgrund der Corona-Pandemie hatte sich in der Champions League ein besonderes Modus ergeben, von dem der 2014er-Weltmeister nicht restlos überzeugt ist.

In nicht einmal zwei Wochen wurde in Lissabon der diesjährige Champions-League-Sieger ausgespielt. Was sonst über einen deutlich längeren Zeitraum entschieden wird, wurde in diesem Jahr also im eng getakteten Modus beschlossen. Philipp Lahm behandelt in seiner LinkedIn-Kolumne den modifizierten Ablauf der Königsklasse.

Ab Viertelfinale im K.-o.-Modus

"Für mich erweist sich eine Mannschaft als groß, wenn sie die zwei-, drei-, vierfache Belastung jeder Saison bewältigt: Meisterschaft, Pokal, internationale Bewerbe", schreibt Lahm, der findet, dass das bisherige Format die Qualität einer Mannschaft besser abbilde. Die Partien ab dem Viertelfinale wurden nicht wie üblich in Hin- und Rückspiel ausgetragen, sondern im K.-o.-Modus.

Längerer Zeitraum angemessen

"Ich es besser, wenn die Höhepunkte des Fußballkalenders aufs ganze Jahr aufgeteilt werden und nicht innerhalb einer Woche verpuffen", meint der ehemalige Star-Spieler des FC Bayern, der mit seinem Ausbildungsklub im Jahr 2013 ebenfalls das Triple gewann. Neben seiner Bekrittelung gewinnt Lahm dem an die Pandemie angepassten Modus aber doch noch etwas Positives ab.

Mehr Intensität

Der 36-Jährige erinnert sich an das Viertelfinale zwischen Atalanta Bergamo und Paris Saint-Germain, das der spätere Finalist mit zwei Toren unmittelbar vor Spielende mit 2:1 gewonnen hatte. Lahm weist im Zuge auf die gestiegene Intensität hin. "Die PSG-Spieler, die im Viertelfinale fast gegen Atalanta Bergamo ausgeschieden wären, hielten ihr großes Ziel, in Lissabon den Titel zu holen, plötzlich für realistisch", erläutert Lahm. "Sie fanden in diesem Format im Erfolg zusammen – und entwickelten ein Momentum, das sie fast bis ans Ziel gebracht hätte."

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Andre Oechsner  
08.09.2020