Verteidiger in Top-Form

Warum Ginter der am meisten unterschätzte Spieler des DFB ist

Matthias Ginter hat sich stark entwickelt beim DFB.
Matthias Ginter hat sich stark entwickelt beim DFB. Foto: Getty Images

Nach schwachen Länderspielen wird in der Abwehr zumeist nach Mats Hummels und Jerome Boateng gerufen. Dabei hat sich mit Matthias Ginter ein Abwehrspieler in den vergangenen Jahren hervorragend entwickelt.

Matthias Ginter wurde viele Jahre als Nationalteam-Tourist belächelt. In Test- und Qualifikationsspielen durfte er mitwirken, doch bei den Weltmeisterschaften 2014 und 2018 und der Europameisterschaft 2016 kam er auf keinerlei Einsatzminuten. Dies wird sich beim Turnier im kommenden Sommer ändern. Und zwar zurecht: Ginter, der beim 1:0-Sieg gegen Tschechien geschont wurde, ist der am meisten unterschätzte Spieler des DFB-Teams. fussball.news nennt drei Gründe.

1.) Konstante Topform im Verein

Borussia Mönchengladbach hat 2017 ungefähr 18 Millionen Euro für Ginter an Borussia Dortmund überwiesen. Es war - wie so oft - ein Toptransfer von Manager Max Eberl. Der 26-Jährige fehlte nur zwölfmal verletzungsbedingt, Fehler hatten absoluten Seltensheitwert. Ginter treibt den Spielaufbau mit an, gewinnt wichtige Zweikämpfe und führt sein Team auch in schwierigeren Phasen.

2.) In der Champions League überzeugend

Ginter weiß sich auch auf internationalem Parkett zu bewegen. Der kicker bewertete ihn nach drei Partien mit Gladbach mit der Durchschnittsnote von 2,67. Der Abwehrmann wusste gegen die Topteams Inter Mailand (2:2), Real Madrid (2:2) und Schachtor Donezk (6:0) zu überzeugen. Auch die Königsklasse ist dem Innenverteidiger nicht zu groß. Für seinen früheren Klub Borussia Dortmund absolvierte er bereits 13 Partien, in Gladbach zeigt er sich nun gereift. Jeder Einsatz wird auch dem DFB-Team weiterhelfen.

3.) Torgefährlicher Defensivmann

Ginter weiß, wo das gegnerische Tor steht. Schon in Jugendzeiten beim SC Freiburg erzielte er in der U19 in einer Saison 14 Treffer. Auch in der Bundesliga hat der Defensivspezialist überzeugt. 14 Tore und zwölf Vorlagen in 236 Partien sind für einen Innenverteidiger eine starke Statistik, dazu kommen noch acht Scorerpunkte in DFB-Pokal und internationalem Wettbewerb. Auch bei der Nationalmannschaft erzielte Ginter bereits zwei Treffer, die Fans wählten sein Hackentor im November vergangenen Jahres gegen Belarus zum "Nationalmannschaftstor des Jahres 2019".

Florian Bolker  
12.11.2020