Negativrekord aufgestellt

Warum die Bundesligateams oft grottenschlecht spielen

Hängende Köpfe auch beim FC Schalke 04.
Hängende Köpfe auch beim FC Schalke 04. Foto: Getty Images

Das Niveau in der Bundesliga wird trotz vieler Tore häufiger kritisiert. Vor allem die Kellerkinder enttäuschen regelmäßig, der FC Schalke 04, der 1. FC Köln und der FSV Mainz  05 sind noch ohne Sieg. Doch welche Gründe gibt es für diese schwachen Leistungen?

Es waren zwei individuelle Fehler, die beim Duell zwischen Werder Bremen und dem 1. FC Köln zu Treffern führten. Drei ruhende Bälle und ein Eigentor führten im Duell Mainz gegen Schalke zu der Punkteteilung. Es zeigt sich: So richtig rund läuft es bei einigen Teams in der 1. Bundesliga nicht, die Leistungen sind teilweise grottenschlecht. Das Trio Schalke, Mainz und Köln hat sogar einen traurigen Negativrekord aufgestellt: Noch nie in 57 Jahren Bundesliga blieben die letzten drei Teams nach sieben Spieltagen ohne Sieg. fussball.news nennt drei Gründe für die sportliche Misere in der Bundesliga.

1.) Corona sorgt für schleppende Vorbereitung

Die Coronakrise sorgt bei den Bundesligisten auch neben dem Platz für eine hohe Belastung. Hygiene-Schulungen, viele Testungen, teilweise auch Coronafälle bei Kollegen, mit denen viel Zeit verbracht wird: Alle diese Faktoren nagen auch an den Profis und sorgten für teils sehr unrunde Vorbereitungen. Testspiele mussten abgesagt werden, es fanden keine normalen Trainingslager statt. Vor allem Teams wie Schalke und Mainz, denen möglicherweise Teambuildingmaßnahmen gut getan hätten, leiden darunter.

2.) Die finanzielle Lage schmerzt

Wachstum, Wachstum, Wachstum... wurde knallhart gebremst! Die TV-Einnahmen sinken, die Zuschauer fehlen, Sponsoren müssen ebenfalls sparen, Gehaltsverzichte werden ausgehandelt - und für Neuzugänge fehlt das Geld. Einen Umbruch konnten nur die Topmannschaften FC Bayern München und Borussia Dortmund bewältigen, die ihren Kader mit einem Superstar wie Leroy Sane oder Toptalent Jude Bellingham aufrüsten konnten. Doch Mannschaften wie Mainz, Schalke, Eintracht Frankfurt oder Werder Bremen mussten sich über Tausch- oder Leihgeschäfte verstärken - schwierig!

3.) Trainer sitzen möglicherweise fester im Sattel

Trainerentlassungen schmerzen gewaltig. Sie sind ein Eingeständnis dafür, dass der Plan nicht gegriffen hat. Und sie kosten, vor allem wenn sie noch lange gebunden sind, viel Geld. So hatte Mainz zwischenzeitlich mit Sandro Schwarz, Achim Beierlorzer und Jan-Moritz Lichte drei Übungsleiter auf der Payroll. David Wagner blieb zunächst bei Schalke, obwohl er schon vor der Sommerpause bedenklich wackelte. Köln-Geschäftsführer Horst Heldt erklärte im Sport1-Doppelpass, dass man jetzt bei der Zusammenarbeit mit einem Coach noch stärker nach einer gemeinsamen Ausrichtung gucken müsse. Offenbar wird in diesen Zeiten das kurzfristige Denken verworfen.

Florian Bolker  
09.11.2020