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Topklubs interessiert

Warum Cunha für Hertha unersetzlich ist

Matheus Cunha hat sich in wenigen Monaten in die Herzen der Hertha-Fans gespielt (Foto: IMAGO).
Warum Cunha für Hertha unersetzlich ist

In nur wenigen Monaten hat sich Matheus Cunha bei Hertha BSC zum Fanliebling und bei internationalen Topklubs auf den Einkaufszettel gespielt. Warum Hertha den Brasilianer selbst im Fall unmoralischer Angebote nicht abgeben dürfte, erklärt fussball.news anhand von vier Gründen.

"Er hat wahnsinniges Potenzial. Ich will, dass er seine verrückte Art beibehält, aber noch etwas mehr Struktur bekommt", sagte Hertha-Trainer Bruno Labbadia am Ende der vergangenen Saison über Matheus Cunha. Der Brasilianer, im vergangenen Winter für 18 Millionen Euro von RB Leipzig an die Spree gewechselt, hat sich in kürzester Zeit in die Herzen der Hertha-Fans gespielt und einen riesigen Beitrag zur versöhnlichen Rückrunde der Berliner geleistet. Nun sollen die ersten internationalen Topklubs angeklopft haben - namentlich Paris St. Germain und Inter Mailand. Es winkt das große Geld, doch warum Hertha Cunha unter keinen Umständen abgeben darf, erklärt fussball.news anhand von vier Gründen.

1. Aufbruchsstimmung durch Cunha

Es gibt Dinge, die kann man nicht mit Geld kaufen. In Cunhas Fall ist es die Aufbruchstimmung, die der 21-jährige Offensivkünstler in Berlin erzeugt hat. In der vergangenen Saison haben Hertha-Fans nur wenig Grund zur Freude gehabt, doch Cunha hat durch seine spektakuläre Spielweise und auffällig selbstbewusste Körpersprache für regelrechte Euphorie gesorgt. Unvergessen ist Cunhas Jubel beim 3:3 gegen Fortuna Düsseldorf, wo Hertha einen Drei-Tore-Rückstand aufgeholt hat und der Stürmer bei seinem 2:3 Anschlusstreffer auf sein Gemächt deutete - frei nach Oliver Kahn: "Eier, wir brauchen Eier!" Cunhas lebensfrohe Art und die verrückten Dinge, die er auf dem Feld tut, haben einen direkten Effekt auf die Fans. Hertha fehlen solche Spieler - oder wie ein Fan auf Twitter schrieb: "Geht er, haben wir die graue Suppe wie vorher. Ich sehe Potential und weitreichende Ausstrahlung wie Marcelinho damals. Das lässt uns träumen, polarisieren und ins Rampenlicht rücken, denn er kann anscheinend den Unterschied machen."

2. Cunha macht den Unterschied

Und tatsächlich - Cunha macht den Unterschied bei Hertha. In nur elf Spielen für die "alte Dame" hat Cunha fünf Tore (eigentlich sechs, zählt man sein abgefälschtes Tor gegen Paderborn dazu) erzielt und zwei weitere aufgelegt - das macht bei 21 Toren, die das Team insgesamt in jenen Partien erzielt hat, eine Torbeteiligung von 38 Prozent. Zum Vergleich: Robert Lewandowski kommt auf denselben Wert, Kai Havertz liegt mit 29 Prozent sogar deutlich darunter. Niemand bei Hertha kommt auch nur ansatzweise an Cunhas Quote heran. Hinzu kommen seine herausragenden Alleingänge und Dribblings, durch die der Stürmer den Unterschied ausmacht. In der Bundesliga haben nur zwei Offensivspieler eine bessere Erfolgsbilanz bei Dribblings, zudem haben nur Lewandowski und Timo Werner pro Partie durchschnittlich öfter auf das gegnerische Tor geschossen. Cunha sucht sehr häufig den Abschluss, sprüht vor Kreativität und kann mit Einzelaktionen die Statik eines Spiels kippen - solche Fähigkeiten hat es bei Hertha schon lange nicht mehr gegeben.

3. Cunha hat noch riesiges Potenzial

Hinzu kommt bei Cunha, dass er erst 21 Jahre alt ist und somit noch lange nicht sein Potenzial ausgeschöpft hat. Ihn bereits jetzt - nach nur einem halben Jahr in Berlin - wieder abzugeben, wäre zu verfrüht. Darüber hinaus hat Berlin den Südamerikaner noch gar nicht bei 100 Prozent Fitness erlebt. "Eigentlich ist bei ihm seit langer Zeit keine Substanz da: bei Leipzig hat er quasi keine Spiele über 90 Minuten gemacht, dann ist er zur Olympia-Quali gereist und von Brasilien direkt für Hertha auf den Platz", beschrieb Labbadia den körperlichen Zustand Cunhas während des noch laufenden Liga-Betriebs. Cunha hat bislang also nur auf Sparflamme agieren können. "Matheus ist jemand, der den Unterschied ausmacht. Ich wünsche mir bei ihm, dass wir ihn auf ein Level heben, wo wir nicht mehr nachdenken müssen, ob er spielt oder nicht."

4. Hertha hat keine Geldsorgen

Aufgrund der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie müssen sich viele Vereine damit auseinandersetzen, womöglich ihre besten Spieler zu verkaufen, um finanzielle Löcher zu stopfen. Das ist bei Hertha aufgrund des Investors nicht der Fall. Im Gegenteil: Der Hauptstadtklub ist wirtschaftlich noch nie so potent aufgestellt gewesen - der Druck, Spieler bei guten Angeboten gehen lassen zu müssen, besteht somit nicht. Natürlich ist auch Hertha an die Gesetze des Markts gebunden und erhalten die Berliner ein unmoralisches Angebot, muss auch an der Hanns-Braun-Straße abgewägt werden. Ein Verkauf ist aber eben kein Muss und es ist äußerst fraglich, ob Hertha für eine vergleichbare Summe einen Spieler bekommen könnte, der Cunha gleichwertig ersetzt - sowohl spielerisch als auch emotional. 

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Marc Schwitzky  
01.08.2020