Rückendeckung für Bundestrainer

Wagner: "Löw muss in Schutz genommen werden"

Neben der Kritik gibt es auch Rückendeckung für Joachim Löw.
Neben der Kritik gibt es auch Rückendeckung für Joachim Löw. Foto: Getty

Gegen die Schweiz kommt Deutschland nicht über ein 3:3-Remis hinaus. Erneut präsentiert sich die DFB-Elf anfällig und wenig dominant. TV-Experte Sandro Wagner nimmt Bundestrainer Joachim Löw jedoch in Schutz.

Aufgrund seiner Taktik und seines Auftretens musste Joachim Löw zuletzt zahlreiche Kritik einstecken. Auch nach dem erneut durchwachsenen Auftritt gegen die Schweiz werden die Negativstimmen Richtung Bundestrainer anhalten. Ex-Nationalspieler Sandro Wagner versuchte im Anschluss an das 3:3 von Deutschland gegen die Schweiz im ARD-Sportschau-Club, Löw zu verteidigen.

"Schön, dass wir wieder Themen haben, worüber wir sprechen können"

"Es war natürlich viel los in den letzten Tagen für die Nationalmannschaft und die Spieler", teilte Wagner in Bezug auf die Turbulenzen der vergangenen Tage mit und erklärte in diesem Zuge: "Es ist aber auch schön, dass wir wieder Themen haben, worüber wir sprechen können."

Der ehemalige Stürmer des FC Bayern, der im Sommer seine aktive Profikarriere beendet hat, denke, "dass die Mannschaft (gegen die Schweiz; d. Red.) eine gute Reaktion gezeigt und ein gutes Spiel nach vorne gemacht hat. In der Rückwärtsbewegung gibt es noch Defizite. Das sind alles Automatismen, die sich wieder finden müssen."

Wagner verweist auf hohe Belastung

Mit der Kritik an Löw könne der 32-Jährige nicht komplett mitgehen und "sieht das nicht so negativ wie die breite Masse oder der ein oder andere als Experte." Wagner erklärte, er sei "etwas positiver gestimmt" und befand: "Man muss Jogi Löw schon nach dem Spiel gegen die Türkei (3:3; d. Red.) in Schutz nehmen. Da hat man Spieler, die hinten dran sind, denen du die Chance geben musst." Aufgrund der hohen Belastung sei Rotation wichtig, denn das gewohnte Stammpersonal "kann nicht alle drei Tage durch die Spiele gehetzt werden".

"Das zweite Regal kann nicht mehr mit Top-Klasse bedient werden"

Wagner verteidigte den Bundestrainer deshalb und warf die Frage in den Raum: "Was soll Jogi Löw machen? Er hat acht Weltklasse-Spieler zur Verfügung, aber hinten dran hat er einfach nicht mehr diese Weltklasse, da sind wir dann schon bei guten Bundesligaspielern, aber nicht mehr in der Weltklasse und das ist sein Problem und das der deutschen Nationalmannschaft. Das zweite Regal kann einfach nicht mehr mit einer absoluten Top-Klasse bedient werden." Löw müsse laut dem achtfachen Nationalspieler vor diesem Hintergrund "in Schutz genommen werden. Er kann schwierig anders handeln."

Im Kalenderjahr 2020 holte Deutschland mit dem 2:1-Erfolg gegen die Ukraine bislang erst einen Sieg. Gegen die Schweiz gab es zweimal ein Unentschieden, mit der Türkei und Spanien teilte sich die DFB-Elf ebenso die Punkte.

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Adrian Kuehnel  
14.10.2020