1.FC Köln

Vorstandsappell nach Nizza: "Wir müssen uns alle positionieren"

Der Gewaltexzess von Nizza beschäftigt den 1.FC Köln weiterhin. Foto: Getty Images
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Die Ausschreitungen vor dem Conference-League-Spiel bei OGC Nizza werden den 1.FC Köln noch lange beschäftigen. Neben der Untersuchung durch die UEFA, bei der es eine empfindliche Strafe für die Domstädter geben dürfte, will der Klub auch selbst sein Möglichstes tun, um weitere Vorfälle zu verhindern. Darum dreht sich auch ein Schreiben, das der Vorstand an die Mitglieder des FC gesendet hat.

"Wir haben die Gewalt gemeinsam mit der Geschäftsführung noch am Abend von Nizza sehr klar verurteilt. Aber wir müssen uns alle positionieren, solche Taten werden wir nur gemeinsam verhindern können", zitiert der Kölner Stadt-Anzeiger aus dem Brief von Präsident Werner Wolf und den Vizepräsidenten Eckhard Sauren und Carsten Wettich. Insbesondere komme es dabei auf diejenigen Mitglieder und Fans des 1.FC Köln an, die nicht an Gewalt interessiert sind.

"Debatte führen, wie wir mit den Gewalttätern umgehen"

Es gehe darum, "eine Debatte darüber zu führen, wie wir mit den Gewalttätern umgehen, die wir nicht identifizieren können. Sie werden auch künftig unter uns in der Kurve stehen und weiterhin die Werte des FC mit Füßen treten", heißt es in dem Schreiben. Der entsprechende Personenkreis schütze sich in der Masse der Tribüne. "Diesen Schutz finden sie durch eine Mischung aus Tolerierung, Gleichgültigkeit, aber auch Angst der FC-Fans um sie herum", so der Klubvorstand. In diesem Zusammenhang fallen auch kritische Worte gegenüber der Gruppierung Wilde Horde, die am Sonntag ein Banner in französischer Sprache gezeigt hatte.

"Gefühl der Fassungslosigkeit"

"Verstärkt wurde das Gefühl der Fassungslosigkeit beim Heimspiel gegen Union Berlin durch ein Banner, das viele als Solidarisierung mit den Gewalttätern interpretierten." Auf dem Banner spielte die Kölner Ultra-Gruppierung Wilde Horde auf die Beteiligung der Gruppe Supras Auteuil an den Ausschreitungen von Nizza an. Dabei handelt es sich um eine Ultra-Gruppierung unter den Anhängern von Paris Saint-Germain, der in großen Teilen Gewaltbereitschaft unterstellt wird. Das dem Vernehmen nach vom FC nicht autorisierte Banner gilt insofern auch als Affront gegenüber der aufklärungswilligen Vereinsführung, die nun also auf die stille Masse der Mitglieder und Fans hofft, für die Gewalt mit Fußball nichts zu tun hat.

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Lars Pollmann  
13.09.2022