2. Bundesliga

Vor dem Derby: HSV und St. Pauli in Sachen Pyrotechnik einig

Auch im Stadtderby wird es wieder Pyrotechnik geben. Foto: Getty Images
Auch im Stadtderby wird es wieder Pyrotechnik geben. Foto: Getty Images

Der Hamburger SV empfängt am Freitagabend den FC St. Pauli zum Stadtderby in der 2. Bundesliga. So spät in der Saison sind die Rivalen selten aufeinandergetroffen, es ging dabei auch noch nicht oft um eine so große tabellarische Bedeutung. Im Vorfeld der Begegnung machen die Klubs in einer Fan-Angelegenheit dennoch gemeinsame Sache: Sie fordern eine Legalisierung von Pyrotechnik.

Man kann schon viele Stunden vor dem Anpfiff des Derbys die Uhr danach stellen: Pünktlich wird auf den Tribünen des Volksparks gezündelt werden, vermutlich verschiebt sich der Anstoß um ein paar Augenblicke, und es wird der ewig gleiche Streit geführt werden. Gehört Pyrotechnik zur Fankultur dazu und trägt zur Stimmung bei, oder stellen sich die Fans damit zu sehr in den Mittelpunkt und schaden ihren Klubs? Beide Vereine gesellen sich zum Camp, das die ersten beiden dieser Fragen mit 'Ja' beantworten mag.

"Nicht auf der Basis von Drohungen oder Verboten"

"Grundsätzlich gilt, dass der Einsatz von Pyrotechnik als Stilmittel für Ultras ein essenzieller Bestandteil ihrer Fankultur ist, der auch gegen alle Widerstände bewahrt wird", erklärt Cornelius Göbel, Direktor für Fankultur beim HSV, dem Hamburger Abendblatt. "Entlang dieser Tatsache treten wir dafür ein, in einem vertrauensvollen Austausch und nicht auf der Basis von Drohungen oder Verboten, diesem Phänomen lösungsorientiert und konstruktiv zu begegnen." Dabei verweist Göbel auch auf einen Pilotversuch im Heimspiel gegen den Karlsruher SC im Jahr 2020, als die kontrollierte Abbrennung von Pyrotechnik mit gutem Erfolg getestet wurde.

"Geldstrafen eine Maßnahme ohne echte Wirkung"

Der FC St. Pauli setzt sich ebenfalls für eine Legalisierung und "eine sachliche Diskussion über das Thema ein", wie der Klub dem Lokalblatt erklärt. "Dazu gehört eine differenzierte Risikoanalyse, unter welchen Umständen Pyrotechnik gefährlich ist und unter welchen nicht". Klar sei: "Immer mehr Geldstrafen für die Vereine ist eine Maßnahme ohne echte Wirkung." Dem HSV zum Beispiel droht nach dem Auswärtsspiel beim 1.FC Kaiserslautern Ungemach. Fans hatten Pyrotechnik abgebrannt, dabei ist auch ein Leuchtkörper aufs Spielfeld geflogen. Die Vereine setzen darauf, dass bei kontrollierter Anwendung von Pyrotechnik keine nennenswerte Gefahr entsteht.

Profile picture for user Lars Pollmann
Lars Pollmann  
21.04.2023