Aus beim 1. FC Köln

Von Struth bis Funkel: Wer sich auf die Seite von Horst Heldt schlägt

Friedhelm Funkel hat die Entlassung von Horst Heldt kritisiert. Foto: Imago.
Friedhelm Funkel hat die Entlassung von Horst Heldt kritisiert. Foto: Imago.

Der 1. FC Köln hat sich am vergangenen Sonntag von Horst Heldt getrennt. Wenige Wochen vor der Mitgliederversammlung erreichen die Unruhen innerhalb des Klubs ihren Höhepunkt. Sowohl von innen als auch von außen müssen sich die FC-Bosse Kritik gefallen lassen.

Weil der 1. FC Köln in dieser Saison erst in der Relegation den Klassenerhalt geschafft hat und insbesondere in der Kaderplanung wenig erfolgreich operiert hat, haben der Vorstand und der Gemeinsame Ausschuss die Trennung von Horst Heldt beschlossen. Für den Ex-FC-Profi war somit nach nicht einmal zwei Jahren wieder Schluss, die erhoffte Nachhaltigkeit auf der wichtigen Position des Geschäftsführer Sport wurde nicht geschaffen.

Wehrle nach Heldt-Aus verstimmt

Dass Heldt gehen muss, löste nicht nur in ihm selbst Enttäuschung aus. Geschäftsführer Alexander Wehrle betonte auf der Pressekonferenz am Montag: "Ich habe dem Vorstand mitgeteilt, dass ich die Entscheidung bedauerlich finde. Das hat mich nachdenklich gestimmt, aber ich gehe damit professionell um." Während Wehrle binnen 19 Monaten den zweiten Partner in der Geschäftsführung verliert, soll er seinen bis 2023 datierten Vertrag erfüllen (fussball.news berichtete). Diese Entscheidung des Vorstands respektiere er, so der 46-Jährige.

Funkel: "Es waren in der Summe auch sehr viele richtige Entscheidungen"

Mit seiner Kritik ist Wehrle nicht alleine. Auch Friedhelm Funkel kann die Entlassung Heldts nicht nachvollziehen. Gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger erklärte der Interimstrainer, der 51-Jährige sei der "richtige Mann" für diese Position. "Natürlich hat er auch ein paar unglückliche Entscheidungen getroffen, doch es waren in der Summe auch sehr viele richtige dabei", sagte Funkel, der darüber hinaus betonte: "Ich weiß, wie er zur Mannschaft steht und die Mannschaft zu ihm. Er hat einen guten Draht zu den Spielern. Und Horst hängt am Verein."

Struth: "Halte diesen Vorgang für reinen Populismus"

Welche Entscheidungen aus seiner Sicht richtig waren, erläuterte Funkel derweil nicht. Spielerberater Volker Struth äußerte sich gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger etwas konkreter: "Alle feiern jetzt meinen Freund Friedhelm Funkel. Aber eingestellt wurde er auch von Horst Heldt." Darüber hinaus betonte Struth, dass der 1. FC Köln unter seiner Leitung zweimal die Klasse halten konnte. Der Geschäftsführer der Berateragentur Sports360 äußerte daher harsche Kritik an den Klub-Bossen: "Ich halte diesen Vorgang für reinen Populismus. Hier wird nur ein Opfer gesucht. [...] Ich fürchte, dass der Abstieg nur aufgeschoben ist."

Florian Bajus  
03.06.2021