Ein Jahr voller Ereignisse

Von Eskapaden bis Neuanfang: Das DFB-Team im Jahresrückblick 2021

Nach seiner vergebenen Chance gegen England schlägt Thomas Müller die Hände über dem Kopf zusammen.
Nach seiner vergebenen Chance gegen England schlägt Thomas Müller die Hände über dem Kopf zusammen. (Foto: Frank Augstein/Getty Images)

Ein Ruck ging durch Deutschland! Das Kalenderjahr 2021 hatte es beim DFB-Team in sich. Nach einem ersten Halbjahr in altem Trott sorgte der Trainerwechsel im Sommer für neuen Glanz - und das nicht nur an der Seitenlinie. Auch die Spielfreude kehrte bei den Adlern zurück.

fussball.news-Reporter Tom Jacob blickt auf die vergangenen zwölf Monate zurück, erinnert unter anderem an die positiven und negativen Ausschläge und fasst den Neuanfang in aus verschiedenen Blickwinkeln zusammen.

Auf und Ab in der Weltrangliste

Zu Beginn des Jahres fand sich Deutschland in der FIFA-Weltrangliste auf Platz 13 wieder. Nicht selten betonten die DFB-Verantwortlichen, unter anderem Direktor Oliver Bierhoff, dass der Weg zurück an die Spitze als Ziel ausgeschrieben wurde. Doch nach dem Achtelfinal-Aus bei der EURO 20 rutschte das deutsche Team vorläufig auf Rang 16 ab. Eine Siegesserie unter Neu-Trainer Hansi Flick verhalf dabei, dass mittlerweile wieder Platz zwölf erklimmt wurde.

Die höchsten Siege

Die Generalprobe vor der EM war mehr als gelungen. Mit 7:1 fertigte Deutschland Lettland in Düsseldorf ab, wo Linksverteidiger Robin Gosens sein erstes Länderspieltor erzielte. Auch bei dem nachfolgenden Turnier spielte er eine gute Rolle und legte mit seinem zweiten Treffer direkt nach. Noch höher lautete das Ergebnis jedoch am 11. November im Wolfsburg. Beim 9:0 gegen Liechtenstein ließ die DFB-Elf ihre Muskeln spielen und hätte fast die Zweistelligkeit erreicht. Mit dabei war Joachim Löw, der das Spektakel von der Ehrentribüne aus verfolgte. Vor Anpfiff wurde er offiziell verabschiedet.

Die peinlichsten Niederlagen

Auch hier kommen zwei Begegnungen infrage. Zum einen gab es im März das klägliche 1:2 in Duisburg gegen Nordmazedonien. Eine löchrige Abwehr und eine harmlose Offensive brachten die deutschen Fans zum Verzweifeln. Ebenso bitter war das vorzeitige Aus bei EURO. Zwar stand mit Gastgeber England eine "große" Nation - gespickt mit klangvollen Namen und Weltstars - gegenüber, doch wirklich Paroli bieten konnten die Deutschen nicht. Sinnbild war die vergebene Chance von Thomas Müller, der in der 80. Minute mutterseelenallein aufs englische Tor zulief und dann überhastet den Ball links neben das Gehäuse setzte. Es wäre der Treffer zum 1:1-Ausgleich gewesen, stattdessen erhöhte Harry Kane sechs Minuten später auf 2:0.

Neue Zeitrechnung mit Flick

Als Hansi Flick das Ruder als neuer Bundestrainer übernahm, wurde dem Team neues Leben eingehaucht. Sieben Spiele, sieben Siege und ein Torverhältnis von 31:2 - diese Zahlen lesen sich wie ein Gedicht. Einziges Manko: Die Gegner hießen "nur" Liechtenstein, Armenien, Island, Rumänien und Nordmazedonien. Der richtige Gradmesser steht noch aus. Jedoch war zu erkennen, dass die Spielfreude und der nötige Biss zurückgekehrt sind. Aus vielen talentierten Einzelspielern ist wieder eine Mannschaft geworden.

Neue Sterne am Talente-Himmel

Mit Toni Kroos ist im Sommer ein langjähriger Führungsspieler aus der Nationalmannschaft zurückgetreten. Dafür sorgten viele Youngsters für frischen Wind. Jamal Musiala durfte bereits bei der Europameisterschaft wirbeln, Florian Wirtz, Karim Adeyemi, David Raum, Nico Schlotterbeck und Lukas Nmecha kamen nach und nach dazu. Um die nahe Zukunft muss sich beim DFB so schnell keiner Sorgen machen.

Nebenschauplätze bleiben bestehen

Das Image des DFB hat sich aus sportlicher Sicht zwar gebessert, doch auf den Nebenschauplätzen ging es nach wie vor unrühmlich ab. Präsident Fritz Keller begab sich mit einer Nazi-Äußerung in Richtung Vizepräsident Rainer Koch selbst ins Seitenaus. Es folgte der Rücktritt. Ebenso sorgte das gekünstelte Image-Video zum "Zeichen für Menschenrechte" für Kritik. Und auch die Zeremonie für Löw, der in Wolfsburg von ein paar einzelnen Wegbegleitern verabschiedet wurde, schien nicht gerecht zu sein. Der 61-Jährige hielt zuvor 15 Jahre das Amt des Bundestrainers inne und feierte mit Deutschland größte Erfolge - unter anderem den Weltmeistertitel 2014 und den Sieg des Confedcups 2017.

Profile picture for user Tom Jacob
Tom Jacob  
30.12.2021