Rein ins letzte Vertragsjahr?

Von Benzema bis Salah: Diese Top-11 wäre 2023 ablösefrei

Salah und Benzema sind je nur bis 2023 an ihre Klubs gebunden. Foto: Getty Images
Salah und Benzema sind je nur bis 2023 an ihre Klubs gebunden. Foto: Getty Images

Der Trend im internationalen Fußball scheint zum ablösefreien Transfer zu gehen. Zumindest hängt der Abgang ohne große finanzielle Gegenleistung immer öfter bedrohlich über den Klubs, während die Spieler und ihre Berater immer besser verstehen, dass Vertragskonstellationen sie in eine Machtposition bringen können. Es reicht ein Blick auf die großen Transfer-Storys der vergangenen Tage und Wochen.

Paris Saint-Germain hat Kylian Mbappe ein wohl nie dagewesenes Paket geschnürt, um seinen ablösefreien Wechsel zu Real Madrid zu verhindern. Robert Lewandowski hat mit seiner Zeit beim FC Bayern abgeschlossen, der FC Barcelona hofft auf eine Verpflichtung zum günstigeren Preis, weil der Pole kommendes Jahr ablösefrei wäre. Die Münchner wollen wiederum Serge Gnabry verkaufen, heißt es, wenn er seinen Kontrakt nicht verlängern will. Den Nationalspieler könnte Sadio Mane vom FC Liverpool ersetzen, wenn der nicht gleich als 'falsche Neun' eingeplant wird, sollte Lewandowski seinen Wechselwunsch doch noch erfüllt bekommen. "Es ist ein Riesenproblem für die Klubs, dass immer mehr Spieler ablösefrei wechseln und das Geld zu ihnen wandert", bringt es Hans-Joachim Watzke von Borussia Dortmund laut der Bild-Zeitung auf den Punkt. Der Geschäftsführer hat mit Manuel Akanji und Raphael Guerreiro zwei prominente Fälle, in denen ihm ein Verkauf diesen Sommer sicher lieber wäre als ein ablösefreier Abschied in 13 Monaten. Welchen Klubs ein solches Schicksal droht, zeigt der Blick von fussball.news auf eine Top-11 der Profis mit Vertragsende im Jahr 2023. Weil Lewandowski, Mane und Gnabry in aller Munde sind, bleiben sie dabei außen vor.

Tor: Jan Oblak, Atletico Madrid

Der Slowene gehört schon so lange zu den besten Schlussmännern der Welt, dass sein Alter von immer noch erst 29 Jahren beinahe überraschend kommt. In den letzten vier Spielzeiten von Atletico hat Oblak lediglich ein LaLiga-Spiel verpasst. Ein Abschied ist kaum vorstellbar, weil sich die 'Matratzenmacher' schwer verbessern können. Allerdings attestierten Experten Oblak zuletzt die schwächste Saison, seit er die Nr.1 von Diego Simeone geworden ist.

Abwehr: Nordi Mukiele, RB Leipzig; Manuel Akanji, Borussia Dortmund; Kalidou Koulibaly, SSC Neapel; Jose Gaya, FC Valencia

Um Mukiele ranken sich in den letzten Wochen einige Gerüchte, ein Abschied aus Leipzig steht im Raum. Der 24-Jährige gilt vor allem dank seiner Vielseitigkeit als Spieler, für den sich viele Klubs interessieren dürften.

Bei Akanji hat der BVB mit den Verpflichtungen von Nico Schlotterbeck und Niklas Süle Fakten geschaffen, auch weil der Schweizer keine Bereitschaft zur Vertragsverlängerung gezeigt hat. Konkrete Interessenten sind bisher aber nicht auf den Plan getreten. Ein Verkauf nach England oder Italien (Juventus) gilt weiter als wahrscheinlich.

Koulibaly wird derweil eigentlich in jeder Transferperiode mit einem Abschied aus Neapel in Verbindung gebracht, bis dato ist es dazu nicht gekommen. Der Senegalese wird diesen Monat 31 Jahre alt. Es steht also wohl die Grundsatzentscheidung bevor, ob er sich für den Rest seiner Laufbahn auf höchstem Niveau nochmal verändern möchte.

Gaya ist hierzulande trotz 17 Länderspielen für Spanien kein ganz großer Name, weil er als Kapitän von Valencia in der jüngeren Vergangenheit nicht oft um die großen Titel gespielt hat. Der Linksverteidiger wird immer wieder mit dem FC Barcelona in Verbindung gebracht, wo er Jordi Alba nachfolgen könnte.

Mittelfeld: Ngolo Kante, FC Chelsea; Ilkay Gündogan, Manchester City; Gavi, FC Barcelona

Mit inzwischen 31 Jahren hat Kante wenig an seiner Qualität eingebüßt, allerdings macht ihm der eigene Körper öfters einen Strich durch die Rechnung. Chelsea-Coach Thomas Tuchel verglich die Bedeutung des Franzosen für die Blues unlängst mit der eines Top-Torjägers. Dennoch steht ein Abschied zu Manchester United im Raum.

Die Bedeutung von Gündogan für ManCity lässt sich derweil nach den entscheidenden Treffern des deutschen Nationalspielers im Meister-Finale gegen Aston Villa kaum in Worte fassen. Dennoch soll der Abschied des 31-Jährigen denkbar sein, wenngleich Berichte über ein fixes Aus bei den Skyblues zumindest voreilig waren.

Gavi hat derweil im Alter von nur 17 Jahren eine phänomenale Entwicklung bei den Katalanen hingelegt, bisher aber noch keinen neuen Vertrag unterschrieben. Alle Spitzenklubs in Europa beobachten die Situation des Mittelfeld-Juwels, bei dem Joan Laporta zuletzt mit öffentlicher Kritik am Berater dem Ziel einer Unterschrift nicht sonderlich viel näher gekommen sein dürfte.

Angriff: Mohamed Salah, FC Liverpool; Karim Benzema, Real Madrid; Raheem Sterling, Manchester City

Die Vertragsverhandlungen zwischen dem LFC und Salah sind seit Monaten keinen merklichen Schritt weitergekommen, ist auf der Insel zu lesen. Der Ägypter will dem Vernehmen nach zum bestbezahlten Profi der Premier League aufsteigen, was seine Leistungen durchaus rechtfertigen. Aktuell gilt ein ablösefreier Abschied zu einem Konkurrenten innerhalb der englischen Eliteklasse als wahrscheinliches Szenario.

Real Madrid kann man sich ohne Benzema derweil nicht mehr vorstellen. Solange der Franzose den Zahn der Zeit besiegt, wird für ihn ein Platz bei den Königlichen sein. Spannend wäre es geworden, wenn der ursprüngliche Plan der Madrilenen, Mbappe und Erling Haaland zu verpflichten, geklappt hätte.

Sterling scheint bei ManCity so etwas wie ein etwas vergessener Superstar zu sein. In den wichtigsten Spielen ist der 27-Jährige nicht mehr die erste Wahl. Dabei sprechen die Statistiken für eine starke Saison und ist der englische Nationalspieler im vergangenen Sommer wohl nur hauchzart an der Ehrung als bester Spieler der EURO gescheitert.

2023 laufen übrigens auch die Verträge von Lionel Messi bei Paris Saint-Germain und Cristiano Ronaldo bei Manchester United aus. In beiden Fällen haben sich die Klubs laut übereinstimmenden Medienberichten aber Vertragsoptionen gesichert, die Deals um eine Spielzeit zu verlängern.

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Lars Pollmann  
02.06.2022