"Natürlich einer der besten deutschen Offensivspieler"

Vogts argumentiert gegen Müller-Rückkehr: "Löw braucht ihn nicht"

Die Rückkehr von Müller bleibt in Medien ein heißes Thema. Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images
Die Rückkehr von Müller bleibt in Medien ein heißes Thema. Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Die deutsche Nationalmannschaft hat den Sieg im Nations-League-Spiel gegen Spanien am Donnerstag spät aus der Hand gegeben. Spekulationen, ob dies mit den Profis des FC Bayern ebenfalls passiert wäre, sind Makulatur. Ebenso die ständigen Rufe nach der Rückkehr von Thomas Müller. Berti Vogts bricht eine Lanze für die Haltung von Joachim Löw.

"Natürlich gehört Müller aktuell zu den besten deutschen Offensivspielern, die wir haben", schreibt der Ex-Bundestrainer in einem Beitrag für das Portal t-online zwar. Jedoch plane sein Nachfolger Löw eben ohne den Star des FC Bayern. "Er hat den Luxus, dass er auf Topspieler wie ihn verzichten kann, ohne deshalb gleich Magenkrämpfe zu bekommen. Denn Löw braucht ihn nicht", so Vogts. Deutschland habe ausreichend Personal in der Offensive, dabei führt der Europameister-Trainer von 1996 Serge Gnabry, Kai Havertz, Leroy Sane und Timo Werner ins Feld. 

"Was, wenn die Mannschaft frühzeitig ausscheidet?"

Dass Müller die Qualität erhöhen würde, steht wohl außer Frage. Dennoch rät Vogts Löw dringend dazu, standhaft zu bleiben. "Was, wenn die Nationalmannschaft mit Löw und Müller im kommenden Jahr frühzeitig ausscheidet? War es dann immer noch ein kluger Schachzug, den dann 31-Jährigen zurück ins Team zu beordern?", fragt der einstige Welt- und Europameister rhetorisch. Löw würde sich aus seiner Sicht unnötig angreifbar machen, gäbe er dem öffentlichen Druck bei Müller nach.

Erinnerungen an das Matthäus-Comeback 1998

Dabei zehrt Vogts auch aus der eigenen Erfahrung. Vor der WM 1998 in Frankreich reaktivierte er Lothar Matthäus, der seinerzeit beim FC Bayern einen dritten Frühling erlebte. "Wir spielten ein schlechtes Turnier und schieden im Viertelfinale gegen Kroatien aus. Am Ende schossen sich alle auf mich, den Bundestrainer, ein und hinterfragten meine Entscheidung bezüglich Matthäus", erinnert Vogts. Das Ausscheiden lag freilich nicht am Rekordnationalspieler, dennoch hätte sich die Gladbach-Legende im Nachhinein wohl nicht auf eine Rückholaktion ins DFB-Team eingelassen.

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Lars Pollmann  
06.09.2020