Pleite zum Jahresauftakt

"Das 1:1 ist völliger Wahnsinn" - Bayerns Defensive sorgt bei Nagelsmann für Staunen

Julian Nagelsmann war mit der Niederlage gegen Gladbach unzufrieden. Foto: Getty Images.
Julian Nagelsmann war mit der Niederlage gegen Gladbach unzufrieden. Foto: Getty Images.

Julian Nagelsmann sah einen ordentlichen Auftritt des FC Bayern gegen Borussia Mönchengladbach, einzig das Ergebnis war in den Augen des Münchner Cheftrainers nicht korrekt. Insbesondere in Anbetracht der Personalsituation war der Ärger groß.

Insgesamt haben dem FC Bayern 13 Spieler gefehlt, zusätzlich standen mit Marcel Sabitzer und Joshua Kimmich zwei Akteure auf dem Platz, die seit vielen Wochen kein Pflichtspiel mehr absolviert haben. Umso mehr ärgerte sich Julian Nagelsmann, dass der Rekordmeister gegen Borussia Mönchengladbach gut gespielt, aber verloren hat - auch wegen des Defensivverhaltens in einer bestimmten Szene: "Das 1:1 ist völliger Wahnsinn, ich weiß nicht, warum wir das in der Box so verteidigen. Das ist eine unfassbar schwache Flanke, die wir simpel klären können - dann gehen wir mit der Hacke hin und kriegen den Ball nicht", haderte der 34-Jährige bei DAZN, nachdem der Klärungsversuch von Joshua Kimmich genau beim freistehenden Florian Neuhaus landete, der den Ball im Netz untergebracht hat. 

"Heute war es eher unverdient"

Ferner ärgerte sich Nagelsmann, dass die Borussia in der 31. Minute einen Eckball erhielt, der zum entscheidenden 1:2 aus Münchner Sicht führte: "In meinen Augen war es bei der Blockaktion beim Freistoß, der zur Ecke führt, es ein klares Foul." Nichtsdestotrotz habe es seine Mannschaft "in der zweiten Halbzeit ganz ordentlich gemacht. Klar haben wir ein paar Kontersituationen zugelassen, das ist normal, Gladbach wollte auch nicht viel anderes machen außer kontern. Wir haben viele Chancen gehabt. Heute war es eher unverdient."

"Wir hatten ein gutes Selbstverständnis"

Rund um die Partie war die angespannte Personalsituation ein großes Thema an der Säbener Straße, trotz aller Widerstände bot der FC Bayern aber eine ansehnliche Leistung. Dafür sprach Nagelsmann den Seinen ein Lob aus: "Ich finde, dass wir ein gutes Selbstverständnis hatten. Wir sind in den ersten 25 Minuten extrem dominant gewesen, in der zweiten Halbzeit hatte Gladbach außer zwei Konter nicht viel gehabt. Wir hatten einen Lattentreffer, hatten mit Jamal Musiala eine gute Chance, mit Lucas Copado eine gute Chance, hatten mit Thomas Müller eine hundertprozentige, wenn er mit dem Kopf hochgeht."

"Sabi war nach 60 Minuten mausetot"

Darüber hinaus hätten die müden Beine der zurückgekehrten Marcel Sabitzer und Joshua Kimmich schwerer gewogen als die vielen Ausfälle, betonte Nagelsmann: "Kimmich hat neun Wochen nicht gespielt und Sabi hat zehn Wochen nicht gespielt. Da kannst du nicht erwarten, dass Sabi 35-mal hinterläuft, der war nach 60 Minuten mausetot, weil er sein erstes Spiel seit langer Zeit macht. Bei Josh hat man in den letzen 20 Minuten auch gesehen, dass kein Saft mehr im Tank war. Du kannst nicht erwarten, dass er 90 Minuten lang die Linie hoch und runter sprintet." Dafür benötigt es Spielpraxis und Rhythmus, beides wird es in den kommenden Wochen zu Genüge geben. 

Florian Bajus  
08.01.2022