Corona half den Blues

Völler: "Weiß nicht, ob Chelsea Havertz 2021 bekommen hätte"

Ohne Corona wäre Havertz womöglich nicht bei Chelsea. Foto: MARTIN MEISSNER/POOL/AFP via Getty Images
Ohne Corona wäre Havertz womöglich nicht bei Chelsea. Foto: MARTIN MEISSNER/POOL/AFP via Getty Images

Bayer Leverkusen hat in Kai Havertz den womöglich besten Spieler des Vereins ziehen lassen. Die Rheinländer entsprachen dem Wunsch des Nationalspielers, ihn gegen eine hohe Ablöse Richtung FC Chelsea zu entlassen. Die Blues schienen im Sommer 2020 der einzig realistische Anwärter. Rudi Völler erklärt.

"Chelsea wusste, dass die Chance, ihn in diesem Sommer zu bekommen, groß ist, weil sich andere namhafte interessierte Klubs ein bisschen schwer getan hätten mit dieser Summe", so der Sport-Geschäftsführer gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger. In der Coronakrise sitzt das Geld auch bei absoluten Top-Klubs nicht locker, für die Havertz von seiner Qualität her sicher in Betracht gekommen wäre. Das Jahrhundert-Talent des deutschen Fußballs bringt Bayer04 dem Vernehmen nach bis zu 100 Millionen Euro ein.

"Es war klar: jetzt oder nie"

Im kommenden Jahr hätte die Summe vielleicht trotz kürzerer Vertragsdauer noch höher sein können, wenn sich mehrere Klubs in einen Bieterstreit um Havertz begeben hätten. "Dann weiß ich nicht, ob Chelsea ihn noch bekommen hätte. Es war klar: jetzt oder nie", sagt auch Völler. Entscheidend war dabei wohl, dass der Spieler selbst nicht noch ein Jahr auf den vielzitierten nächsten Schritt in seiner Laufbahn warten wollte. In Leverkusen hinterlässt der 21-Jährige eine beachtliche Lücke, die Völler nicht mit einer prall gefüllten Kriegskasse auf dem Transfermarkt zu kitten gedenkt.

Keine komplette Reinvestition

"Es ist selbstverständlich, dass wir die Summe, die wir für Kai bekommen, nicht wieder komplett investieren", sagt der einstige DFB-Teamchef. Den ein oder anderen Transfer werde es nach der Verpflichtung von Patrik Schick am Dienstag sicher noch geben, dabei werde Bayer04 aber Augenmaß walten lassen, verspricht Völler. Es gehe sicher "nicht in die Größenordnungen, wie vielleicht viele glauben". Das Problem: Jeder abgebende Klub dürfte einen Aufschlag auf die eigentlichen Summen veranschlagen, wenn die Werkself anklopft.

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Lars Pollmann  
09.09.2020