Sportdirektor setzt bewusst auf junge Spieler

VfB im Jugendwahn? Mislintat: "Mit dem anderen Prinzip vor zwei Jahren abgestiegen"

Mislintat und der VfB setzen bewusst auf junge Profis. Foto: Christian Kaspar-Bartke/Getty Images
Mislintat und der VfB setzen bewusst auf junge Profis. Foto: Christian Kaspar-Bartke/Getty Images

Der VfB Stuttgart geht mit einer ausnehmend jungen Mannschaft in Jahr eins nach dem Wiederaufstieg in die Bundesliga. Eine ganze Reihe von Profis hat keine Erfahrung im Oberhaus. Sven Mislintat erkennt aber keinen 'Jugend-Wahn'. Vielmehr hat es Methode.

"Tatsächlich sind wir genau mit dem anderen Prinzip ja vor zwei Jahren abgestiegen", erklärt der Sportdirektor gegenüber der Bild-Zeitung. "Junge Spieler haben noch die Qualität zu wachsen. Erfahrene Mannschaften, die unten stehen, haben in der Regel kein Potential mehr, besser zu werden." In der Tat gehörten in der Abstiegssaison 2018/19 mit Ron-Robert Zieler, Mario Gomez, Emiliano Insua, Christian Gentner, Gonzalo Castro und Andreas Beck sechs Spieler von 29 oder mehr Jahren zu den zehn Profis mit den meisten Einsatzminuten in der Bundesliga.

Liga zwei war "ein Ritt auf der Rasierklinge"

Mislintat hat derweil seit dem Aufstieg wiederholt betont, dass der VfB es mit der jungen Truppe im Oberhaus einfacher haben werde als in Liga zwei. Dort habe es keinen Platz für Fehler gegeben. "Das war ein Ritt auf der Rasierklinge. In der ersten Liga kannst du mal ein Spiel haben, wo die Jungs einen Scheiß-Tag erwischen." Damit sei das sportliche Ziel aber nicht gleich in Gefahr. Die Klasse zu halten, das ist schließlich etwas anderes, als den Aufstieg zu schaffen.

"Wirtschaftlich gesund"

Nicht zuletzt stehen freilich wirtschaftliche Überlegungen hinter den Entscheidungen von Mislintat und Co. Dabei geht es weniger um die günstige Anschaffung. Tatsächlich hat der VfB Stuttgart so manches Talent ja teuer erworben. "Wir machen das so, weil es wirtschaftlich gesund ist und Werte generiert", sagt Mislintat dennoch. Und grundsätzlich sind die Schwaben in dieser Hinsicht auch Überzeugungstäter. "Weil wir an dieses Prinzip glauben und an jeden einzelnen der Jungs im Kader."

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Lars Pollmann  
26.08.2020