Bensebaini-Szene

"Völlig unbegreiflich": VfB in Gladbach entscheidend benachteiligt?

Der VfB hatte in Gladbach kein Glück. Foto: Getty Images
Der VfB hatte in Gladbach kein Glück. Foto: Getty Images

Der VfB Stuttgart hat am Freitagabend ein 1:3-Niederlage bei Borussia Mönchengladbach kassiert. Wie das Spiel ausgegangen wäre, hätten die Schwaben über 70 Minuten in Überzahl gespielt, ist reine Spekulation. Dass Ramy Bensebaini aufseiten der Fohlen hätte vom Feld fliegen müssen, steht für die meisten Beobachter aber fest.

Der Algerier schlug bei einem Gerangel im VfB-Strafraum Waldemar Anton, der zu Boden ging. Es mag sich nicht um einen Faustschlag gehandelt haben, dennoch war der Tatbestand der Tätlichkeit erfüllt. Nur nicht für Matthias Jöllenbeck, der die Szene lediglich mit Gelb ahndete. "Das ist für den Schiedsrichter auf dem Platz schwierig zu sehen, deshalb reagiert er zunächst nicht", erklärt Ex-Referee Torsten Kinhöfer gegenüber Bild am Sonntag

"Das ist für mich nicht nachvollziehbar"

"Dann passiert aber etwas völlig Unbegreifliches: VAR Welz mischt sich ein, schickt Jöllenbeck an den Monitor. Der guckt sich die Szene an und bleibt bei seiner Entscheidung. Das ist für mich nicht nachvollziehbar – eine klare Rote Karte", so Kinhöfer. Ähnlich sah es mit Manuel Gräfe, der seit einigen Wochen via Twitter strittige Szenen einordnet, auch ein anderer ehemaliger Top-Schiedsrichter der Bundesliga. Was Stuttgart aus der numerischen Überzahl gemacht hätte, sei dahingestellt.

"Da können die Trainer challengen, wie sie wollen"

Klar bleibt, dass Gladbach großes Glück hatte. Und die Situation weiteres Wasser auf die Mühlen der Kritiker am Schiedsrichterwesen ist. Für Kinhöfer zeigt der Vorfall auch, dass in zuletzt diskutiertes System, in dem Trainer mit sogenannten Challenges Videoüberprüfungen veranlassen können, kein Allheilmittel ist. "Das alles bringt nichts, wenn Schiedsrichter, wie Jöllenbeck in Gladbach, klare Rote Karten selbst am Monitor nicht erkennen. Da können die Trainer challengen, wie sie wollen, wenn trotzdem die falsche Entscheidung herauskommt." Besonders ärgerlich übrigens: Bensebaini hatte auch in der zweiten Hälfte Glück, nicht mit Gelb-Rot vom Platz zu fliegen. Der VfB war also gleich doppelt benachteiligt.

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Lars Pollmann  
06.11.2022