Werder in der Krise

Verpasste Transfers? Kohfeldt: "Waren nicht in der Lage, zu agieren"

Kohfeldt hatte sich im Transferfenster mehr erhofft.
Kohfeldt hatte sich im Transferfenster mehr erhofft. Foto: Getty

Werder Bremen war es in der nun abgelaufenen Transferperiode nicht möglich, die Transferziele zu erreichen. Zu schlecht ist die finanzielle Situation des Klubs. Das betont auch nochmal Cheftrainer Florian Kohfeldt.

Innenverteidiger Ömer Toprak und Offensivspieler Leonardo Bittencourt waren bereits in der Vorsaison ausgeliehen, wurden beide im Anschluss von Borussia Dortmund beziehungsweise von der TSG Hoffenheim fest verpflichtet. Daneben gab es noch die Leihe von Manchester Uniteds Tahith Chong und die ablösefreien Neuzugänge um Felix Agu (Osnabrück) und Patrick Erras (1. FC Nürnberg).

Finanzen ließen nicht mehr zu

Nach dem Fast-Abstieg in der Vorsaison wollte Werder Bremen seinen Kader noch weiter verstärken. Geschafft haben das die Norddeutschen aber nicht. Eine mögliche Verpflichtung von Ex-Hertha-Profi Marko Grujic platzte am Deadline Day, da der FC Liverpool zu hohe Forderungen stellte. Auf der Gegenseite verließ sogar mit Mittelfeldstratege Davy Klaassen (zu Ajax) ein wichtiger Mann den Verein - immerhin kamen so elf Millionen Euro in Werders Kasse.

"Wir müssen diesen Verein konsolidieren"

Am Mittwochabend nach dem Testspiel gegen St. Pauli (4:1) fasste Trainer Florian Kohfeldt die Situation des Klubs zusammen. "Werder Bremen ist in einer hochdramatischen finanziellen Lage", wurde der 38-Jährige vom kicker zitiert und fügte an: "Dass wir jetzt ein erhöhtes sportliches Risiko eingehen, ist unstrittig. Aber in der Abwägung ist es der richtige Weg. Denn wir müssen diesen Verein konsolidieren. Er ist durch die Corona-Pandemie in eine finanzielle Schieflage geraten, so dass wir nicht in der Lage waren, zu agieren."

"Klar machen, in welcher Situation Werder ist"

Der Verein muss sich, wie der Coach deutlich machte, seiner Situation bewusst sein: "Wir alle müssen uns klar machen, in welcher Situation Werder ist. Und wir müssen kämpfen, alle zusammen. Wir, ich mit der Mannschaft, müssen jedes Wochenende das ausstrahlen." Nach der Länderspielpause geht es für Bremen auswärts gegen den FC Freiburg (Samstag, 17. Oktober um 15:30 Uhr).

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Adrian Kuehnel  
07.10.2020