2. Bundesliga

Verhoek schockt Kiel, Spektakel zwischen Düsseldorf und Paderborn

In Düsseldorf war den Zuschauern ein intensives und rasantes Duell geboten. Foto: Getty Images.
In Düsseldorf war den Zuschauern ein intensives und rasantes Duell geboten. Foto: Getty Images.

Am neunten Spieltag der 2. Bundesliga hat Holstein Kiel gegen Hansa Rostock die vierte Heim-Niederlage kassiert. Fortuna Düsseldorf blieb auch gegen den SC Paderborn im eigenen Stadion sieglos und ging als Verlierer vom Platz, während das Duell zwischen Jahn Regensburg und dem Karlsruher SC keinen Sieger fand.

Verhoekt trifft doppelt für Hansa

Hansa Rostock überließ Holstein Kiel von der ersten Minute an den Ball. Die Gastgeber verzeichneten viele Spielanteile und durften bis ins letzte Drittel vordringen, fanden dann aber keine Lösungen gegen kompakt stehende Rostocker. Chancen kamen keine zustande, da sich der Aufsteiger offensiv selten in Szene setzen konnte und Kiel im Offensivvortrag zu träge agierte. Nach etwas mehr als einer halben Stunde erlitt die Mannschaft von Dirk Bremser dann den Rückschlag: Ein Eckball wurde nicht geklärt, John Verhoek brachte Rostock aus wenigen Metern in Führung (32.). Kurz darauf war Verhoek wieder zur Stelle: Der Hansa-Stürmer machte einen Pass in die Tiefe fest, zog in den Strafraum und traf humorlos zum 2:0 (35.). Kurz vor der Halbzeitpause kamen die Kieler durch Fiete Arp (39.) und Alexander Mühling (44.) zu zwei guten Gelegenheiten, ein Tor blieb ihnen allerdings verwehrt.

Auch nach dem Seitenwechsel konzentrierte sich Rostock auf das Verteidigen des eigenen Tores, während Kiel weiter anrennte und darum bemüht war, den Anschluss wiederherzustellen. Jedoch hatten die Gäste die erste Möglichkeit in Durchgang zwei, Munsys Abschluss blieb aber harmlos (54.). Die beste Chance für den KSV kam nach einer Flanke von Mikkel Kirkeskov zustande, Simon Lorenz scheiterte am Pfosten (63.). In den weiteren Minuten blieben Torraumszenen aus, Kiel biss sich weiterhin die Zähne an der Rostocker Defensive aus. Das sollte sich bis zum Spielende nicht ändern, weshalb Hansa Rostock insbesondere dank einer sehr soliden Defensivarbeit einen 2:0-Sieg feierte.

Durch den Sieg zog Rostock an Kiel vorbei und klettert mit zehn Punkten auf Rang 13. Der letztjährige Tabellendritte belegt nun mit acht Punkten den 15. Platz und könnte am Sonntag sogar auf den Relegationsplatz abrutschen.

Platte setzt den Schlusspunkt

Es war zunächst ein ruhiger Start in der Merkur Spiel-Arena, dann drehten Fortuna Düsseldorf und der SC Paderborn auf: In der 9. Minute konterten die Gäste, Sven Michel nutzte einen langen Ball in die Tiefe zur Führung. Düsseldorf antwortete in Person von Felix Klaus und Rouwen Hennings, beide verpassten jedoch das Tor (13.). Während Paderborn auf Umschaltsituationen setzte, blieb Düsseldorf am Drücker. Kristoffer Peterson hatte nach feinem Spielzug eine Gelegenheit, der Schuss wurde zur Ecke abgefälscht (22.), bei der Christoph Klarer an Jannik Huth scheiterte (23.). Nach Chancen auf der anderen Seite durch Marco Stiepermann (26.) und Michel (27.) gelang der Fortuna der Ausgleich: Rouwen Hennings köpfte eine wuchtige Flanke von Khaled Narey aus wenigen Metern ein (35.). Die Paderborner reagierten unbeeindruckt und wurden kurz vor der Halbzeitpause mutiger, Michel belohnte den Aufwand in der 39. Minute aber nicht mit seinem zweiten Tor des Tages.

Auch nach dem Start der zweiten Hälfte blieb Michel glücklos. Der Paderborner Torjäger traf aus spitzem Winkel das Außennetz (48.). Auf der anderen Seite hatten Narey und Peterson eine Doppelchance aus der Distanz, beide Abschlüsse blieben erfolglos. In einer rassigen Partie entschied Schiedsrichter Sven Jablonski in der 57. Minute auf Elfmeter für Düsseldorf nach einem Foul an Narey. Hennings trat an und verwandelte den Strafstoß im unteren rechten Toreck zum 2:1. Paderborn schlug in der 61. Minute aber zurück: Stiepermann spielte einen Pass in die Tiefe, Platte verlängerte mustergültig für Michel, der Wolf aus wenigen Metern keine Chance ließ. Düsseldorf zeigte sich unbeeindruckt und hatte eine Riesenchane durch den eingewechselten Shinta Appelkamp, der mit seinem Drehschuss aus zentraler Position das Aluminium traf (63.). In der Folge hatte Paderborn die besseren Chancen: In Minute 73 rettete Wolf das Remis bei einem Kopfball aus wenigen Metern von Platte, der von Michel in Szene gesetzt wurde. Dennis Srbeny kam nach Vorlage von Michel ebenfalls zum Abschluss und vergab (79.). In der 84. Minute landete der Ball schließlich im Netz: Michel flankte von der linken Außenbahn in den Strafraum, Platte durfte den Ball einköpfen. Düsseldorf marschierte auch in den Schlussminuten nach vorne, Paderborn verteidigte das eigene Tor aber leidenschaftlich und brachte den Sieg über die Zeit.

Durch die späte Niederlage verliert Fortuna Düsseldorf den Anschluss an die Spitzengruppe. Die Rheinländer belegen mit elf Zählern den elften Platz. Der SC Paderborn übernachtet hingegen mit 17 Zählern auf Rang zwei, kann aber am Sonntag vom FC St. Pauli überholt werden.

Regensburg kehrt nach der Pause zurück

Im Duell mit Jahn Regensburg begann der Karlsruher SC extrem mutig. Die Badener liefen hoch an und pressten mutig, hatten dadurch die erste Gelegenheit in Person von Kyoung-Rok Choi, der nur das Außennetz traf (4.). In der neunten Minute erzielte Jan-Niklas Beste die vermeintliche Führung für den Jahn, die jedoch wegen einer Abseitsstellung zurückgezogen wurde. Dann schlug Karlsruhe zu: Nach der Balleroberung von Fabio Kaufmann verlagerten die Gäste das Spiel auf die andere Seite, Marvin Wanitzek wurde am Strafraumrand bedient und traf sehenswert zur Führung (14.). Nach einer weiteren Chance durch Beste (15.) tat sich Regensburg zunehmend schwer gegen eine gut organisierte Karlsruher Defensive. Die Hausherren fanden kaum Lösungen, auf der andere Seite hatte Philipp Hofmann die Chance zum 2:0, holte dabei aber nur eine Ecke heraus (26.). Weil Regensburg weiter keine Lösungen fand und sich Karlsruhe im weiteren Verlauf zurückzog, blieb es zur Pause unverändert beim Spielstand von 1:0.

Die zweite Halbzeit begann unverändert. Regensburg präsentierte sich bemüht, aber mit Problemen. Karlsruhe spielte clever, kam zu Abschlüssen und belohnte sich: In der 51. Minute erhöhte Marco Thiede nach Vorlage von Daniel Gordon auf 2:0. Wenig später hatte Beste die Chance zum Anschlusstor, Gersbeck parierte (53.). Zwei Minuten später bekam der SSV Jahn nach einem Handspiel von Christoph Kobald einen Elfmeter zugesprochen, den Andreas Albers verwandelte. Gersbeck ahnte die Ecke, konnte den Einschlag aber nicht verhindern. Regensburg war plötzlich wach und erzielte nach einem Freistoß den Ausgleich: Nach der Hereingabe aus dem rechten Halbfeld setzte sich Kapitän Benedikt Gimber beim zweiten Ball durch und überwand Gersbeck (58.). Das Spiel wurde nach dem Ausgleich intensiver und temporeicher, insbesondere Regensburg war besser in der Partie. In der 71. Minute tauchte Choi dann im Regensburger Strafraum ab, schoss aber neben das Tor. Beide Mannschaften gaben sich nicht mit dem Remis zufrieden und spielten auf Sieg. In der Nachspielzeit bekam Regensburg zunächst einen Elfmeter zugesprochen, der jedoch revidiert wurde. Da es beide Mannschaften danach verpassten, das dritte Tor zu erzielen, endete das Spiel mit 2:2.  

Aufgrund des Remis verteidigt Jahn Regensburg die Tabellenführung und hat drei Punkte Vorsprung auf die Nicht-Aufstiegsplätze. Der Karlsruher SC liegt punktgleich mit dem FC Schalke 04 und Dynamo Dresden auf Platz neun, bei einem Sieg wäre Platz vier möglich gewesen.

Florian Bajus  
02.10.2021