Im Frühjahr 2019

Veh: Deshalb hat Köln Anfang trotz Fast-Aufstiegs entlassen

Armin Veh blickt auf die Entlassung von Markus Anfang zurück.
Armin Veh blickt auf die Entlassung von Markus Anfang zurück. Foto: Getty Images

Der 1. FC Köln zog im April 2019 die Reißleine und entließ Trainer Markus Anfang auf Platz eins stehend. Der frühere Geschäftsführer Armin Veh blickt zurück.

Es mutete kurios an: Der 1. FC Köln unterlag dem SV Darmstadt 98 in einem Heimspiel am 31. Spieltag und das ganze Stadion brüllte "Anfang raus". Dabei stand der Effzeh mit Trainer Markus Anfang an der Tabellenspitze der 2. Liga. "Als der 1. FC Köln vor dem Aufstieg 2019 Markus Anfang nach dem 31. Spieltag entließ, da musste ich mir eine Menge Kritik anhören. Auch wenn jedem Beteiligten und Beobachter klar sein musste, dass wir diese Entscheidung nicht aus dem hohlen Bauch gefällt hatten", blickte Armin Veh im kicker zurück.

Anfang-Entlassung als "Eingeständnis"

Der damalige Geschäftsführer begründete: "Es war ja auch für uns ein Eingeständnis, dass wir einem Irrtum erlegen waren, als wir dachten, Markus könne langfristig in Köln arbeiten. Mit der Zeit erfüllte sich dieser Wunsch nicht." Vorwürfe in Richtung Anfang gab es allerdings nicht: "Was Markus nicht zu einem schlechten Trainer machte, im Gegenteil. Es passte eben nicht. Und in diesem Moment sahen wir uns gezwungen, zu handeln."

Veh erklärt die Prozesse

Veh erklärte die internen Prozesse: "Wenn du sicher bist, einen Fehler gemacht zu haben in dieser wichtigen Personalie, dann musst du ihn treffsicher korrigieren, ohne Rücksicht darauf, was die Öffentlichkeit meint." Der Tabellenplatz rückt dann auch einmal in den Hintergrund: "Dabei dürfen allerdings nie die Ergebnisse die alleinige Begründung für die Entscheidung für oder gegen eine Weiterbeschäftigung des Trainers sein. Die Alltagsarbeit muss den Weg weisen." Er weiß aus eigener Erfahrung: "Es gibt so unglaublich viele Kleinigkeiten in diesem Bereich, die sich binnen kurzer Zeit entweder in Luft auflösen oder zu einem Berg an Problemen summieren."

Florian Bolker  
07.01.2021