Torgefährlichstes Fohlen

Unterschiedsspieler: Darum wird Plea seinem Anspruch gerecht

Alassane Plea ist der torgefährlichste Borusse. Foto: Getty Images.
Alassane Plea ist der torgefährlichste Borusse. Foto: Getty Images.

Alassane Plea hatte im Sommer angekündigt, ein Unterschiedsspieler im Gebilde von Borussia Mönchengladbach sein zu wollen. Bislang wird der Franzose seinem Anspruch gerecht.

Auf welcher Position Alassane Plea am besten aufgehoben ist, darüber gab es in der Vergangenheit unterschiedliche Meinungen. Der flexible Offensivspieler agierte in seiner Debütsaison 2018/19 unter Dieter Hecking 17-mal auf der linken Außenbahn von Borussia Mönchengladbach und war auch 2022/23 unter Daniel Farke auf dieser Position gesetzt. Nach dem Trainerwechsel zu Gerardo Seoane äußerte Plea im Interview mit der Rheinischen Post seinen Unmut über das Dasein als Flügelspieler: "Meine stärkste Position sehe ich hinter einem Mittelstürmer, auch um diesen herum. So kann ich den finalen Pass spielen und bin selbst nah am Tor. Aus dieser Zone heraus kann ich der Mannschaft am besten helfen."

"Ich will ein Unterschiedsspieler sein"

Er wolle mehr Tore und Vorlagen liefern, kündigte Plea an, der in der abgelaufenen Bundesliga-Spielzeit zweimal einnetzte und neun Assists beisteuerte. "Ich will ein Unterschiedsspieler sein", lautete der unmissverständliche Anspruch, nachdem mit Marcus Thuram, Jonas Hofmann und Lars Stindl gleich drei Leistungsträger gegangen waren. Ein Blick auf die Zahlen macht deutlich, dass der 30-Jährige den Worten hat Taten folgen lassen.

Kein Borusse ist so torgefährlich wie Plea

Einerseits erzielte Plea bereits sieben Bundesligatore - vereinsintern war kein Spieler erfolgreicher - und damit mehr als in der Saison 2020/21 (6) und fast so viele wie im darauffolgenden Jahr 2021/22 (10), als er ebenfalls hinter der Spitze agierte. Während die beiden Mittelstürmer Jordan und Tomas Cvancara von Verletzungsproblemen geplagt werden, gab Plea die meisten Torschüsse (39) und Torschüsse aufs Tor (13) ab. Auch in Sachen Chancenkreierung ist der Franzose, der in der gegnerischen Hälfte nahezu überall zu finden ist, weit vorne: 17 Chancen stammen aus seiner Feder, nur Flügelspieler Franck Honorat initiierte mehr Abschlüsse (26).

Plea stopft im System Seoane die Lücke

Dass im letzten Drittel fast alles mit Plea steht und fällt, hängt allerdings mit ebenjener Verletzungsanfälligkeit von Jordan und Cvancara zusammen. Während die Leihgabe von Union Berlin bei 499 Bundesligaminuten steht, verbrachte Cvancara, der den Trainingsauftakt am Dienstag verpasst hat, 641 Minuten auf dem Spielfeld. Damit verbuchen beide Stürmer weniger Einsatzminuten als Dauerbrenner Plea (1178), der in allen 16 Partien zum Zug kam. Dass die Stürmer in Seoanes System eine wichtige Rolle als Wandspieler einnehmen, kann indes nur bedingt als Argument für die Abhängigkeit von Plea gelten. Patrik Schick erzielte 2021/22 für Bayer Leverkusen unter Seoane 24 Tore in 27 Spielen, in der letzten Saison des Schweizer Coaches bei den BSC Young Boys (2020/21) waren mit Jean-Pierre Nsame (19 Tore) und Jordan (12 Tore) sogar zwei Stürmer äußerst erfolgreich.

Anspruch mit Leistung untermauert

"Es braucht einen Spieler, der klar definiert ist und am Ende der Saison in der Statistik die meisten Tore hat - und das sollte der Neuner sein, weil er sich die meiste Zeit in diesen Räumen bewegt", sagte Seoane im Juli über die Bedeutung der Mittelstürmer in seinem System. Plea käme somit primär die Rolle des Vorlagengebers zuteil, der seine Sturmpartner in Szene setzt. Nichtsdetsotrotz genießt er allerhöchste Wertschätzung dafür, dass er die mangelnde Konstanz und damit magere Ausbeute der Mittelstürmer ausgleicht und der Unterschiedsspieler ist, der er vom ersten Vorbereitungstag an sein wollte.

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Florian Bajus  
03.01.2024