Ärger in München

Union-Tor irregulär? Kinhöfer: "...tatsächlich eher ein falscher Einwurf"

Den Union-Jubel hätte es eher nicht geben dürfen.
Den Union-Jubel hätte es eher nicht geben dürfen. Foto: Imago

Beobachtern auf der Tribüne fällt es schon länger auf: Einwürfe in der Bundesliga werden teilweise extrem schlampig ausgeführt. Vor dem 1:1 von Union Berlin beim FC Bayern München stand Cedric Teuchert im Blickpunkt. Schiedsrichter-Experte Thorsten Kinhöfer ordnete kritisch ein.

Hatte Cedric Teuchert den Einwurf vor dem 1:1 des FC Bayern München richtig ausgeführt? Und war die Entscheidung für einen Einwurf überhaupt richtig? Auf zweitere Frage antwortete Thorsten Kinhöfer bei BamS: "Ob der Ball aber wirklich schon komplett im Seitenaus war, als der Berliner ihn in die Hände nahm, ist durchaus fraglich." Zweifelhaft also, aber nicht ganz zu be- oder widerlegen.

Teuchert-Einwurf wohl irregulär

Anders sieht es beim der Einwurftechnik aus. "Beim Betrachten der Fernsehbilder sieht es so aus, als hätte Teuchert bei der Ausführung des Einwurfs nur einen Fuß auf dem Boden, das andere Bein steht im 90-Grad-Winkel nach hinten ab", stellte Kinhöfer fest. Der ehemalige Unparteiische kritisierte: "Und es ist wohl tatsächlich eher ein falscher Einwurf. Der Ball muss die Seitenlinie (gedacht) berühren, wenn beide Beine noch auf dem Boden stehen, um im Spiel zu sein. Das scheint hier nicht der Fall zu sein."

Kiinhöfer-Kritik am Einwurf

Es ist kein einmaliges Phänomen, der schlampige Einwurf gehört in der Bundesliga offenbar dazu. Gerade dann, wenn es schnell gehen muss, werden Meter nach vorne gemacht oder es folgt ein technisch unsauberer Einwurf. "Das sehe ich häufig in der Bundesliga: Einwürfe, die, wenn man das Regelbuch wortwörtlich auslegt, falsch sind, aber in der Praxis nicht abgepfiffen werden. Weil der Schiedsrichter die Regelübertretung mit bloßem Auge kaum erkennen kann", ordnete Kinhöfer ein.

Florian Bolker  
11.04.2021