Pandemie

Union-Sportchef nimmt Kruse in Schutz: "Als Privatperson nichts falsch gemacht"

Max Kruse kam nach negativem Coronatest im Spiel beim FC Schalke für Union zum Einsatz. Foto: Imago

Max Kruse von Union Berlin hatte sich am Donnerstagabend in einer Berliner Bar ablichten lassen und gegen die Vorgaben der DFL gehandelt. Anschließend lief er für die Köpenicker beim Auswärtsspiel beim FC Schalke 04 auf. Unions Geschäftsführer Oliver Ruhnert verteidigte den Offensivspieler.

In Deutschland hat die Corona-Pandemie in den vergangenen Tagen und Wochen gravierende Ausmaße angenommen. Einige Großstädte wurden mittlerweile zu Risikogebieten erklärt. Davon unbeeindruckt begab sich Max Kruse von Union Berlin am Donnerstagabend in eine Shishabar, spielte dort um Geld und zeigte sich ohne Maske und Abstandsgebot. Oliver Ruhnert, Geschäftsführer Sport der Berliner, verteidigte das Verhalten auf Sky: "Gegen welche Regeln hat er in Berlin verstoßen? Er hat sich mit vier Leuten an einen Tisch gesetzt, sich im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen bewegt. Er hat sich innerhalb der Corona-Verordnungen so verhalten, wie es erlaubt ist. Als Privatperson hat er nichts falsch gemacht."

Ruhnert: "Finden die Aktion falsch"

Der 32-Jährige hat dabei aber gegen die DFL-Vorgaben verstoßen, die bei einem hohen Pandemielevel den Kontakt zur Öffentlichkeit untersagen. Intern haben die Verantwortlichen das Verhalten ihres Stürmers durchaus kritisiert: "Wir wollen die Aktion nicht, wir finden sie falsch. Wir haben eine Vorbildfunktion, das haben wir auch klar kommuniziert", sagte Ruhnert. Dennoch betonte der Verantwortliche von Union, die den Stürmer nach negativem Coronatest beim FC Schalke 04 einsetzten: "Es ist nicht so, dass etwas passiert ist, das konträr zu den gesetzlichen Bestimmungen ist." Dass die DFL mehr von den Spielern fordere als die Gesetzgebung sei "gut so. Aber sie kann nichts bestrafen, wo es nichts zu bestrafen gibt. Man muss sich mit den Dingen auseinandersetzen, die passiert sind und nicht das nehmen, was eine Bild-Zeitung oder sonst wer schreibt."

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Benjamin Heinrich  
18.10.2020