Hannover baut in Kocaks Sinne um

Umbruch trotz starker Rückrunde: Sportpsychologe warnt

Kenan Kocak schwingt bei 96 schon viel Hausmacht. Foto: Ronald Wittek/Pool via Getty Images
Kenan Kocak schwingt bei 96 schon viel Hausmacht. Foto: Ronald Wittek/Pool via Getty Images

Hannover 96 hat im Herbst Trainer Mirko Slomka mit Kenan Kocak ersetzt. Unter dem neuen Übungsleiter punkteten die Niedersachsen auf gutem Niveau. In der Rückrunde holte das Team genauso viele Punkte wie Aufsteiger VfB Stuttgart und Relegations-Teilnehmer 1.FC Heidenheim. Dennoch gibt es einen Umbruch.

Torhüter Ron-Robert Zieler und Kapitän Marvin Bakalorz hat der Klub gelinde gesagt aus der Tür komplimentiert, Abwehrmann Waldemar Anton wurde an den VfB verkauft. Auch Edgar Prib und Felipe sollen H96 noch verlassen. Die bisherige Führungsstruktur des Teams ist damit auf den Kopf gestellt. Sportpsychologe Matthias Herzog wundert die Tiefe der Veränderungen durchaus. "Was mich irritiert, ist, dass es gerade am Ende der Saison gute Ergebnisse gab. Du gehst mit einem positiven Gefühl raus, diesen Schwung hätten sie in die neue Spielzeit mitnehmen können", sagt er gegenüber dem Portal Sportbuzzer.

"Stimmung kann schnell kippen"

Zwar sei ein Umbruch immer auch eine Chance, weil neue Spieler in verantwortungsvolleren Rollen aufgehen können. Herzog aber sieht eher ein Risiko. "Wenn die Entwicklung nicht von Beginn an stimmt, kann die Stimmung schnell mal kippen." Hannover 96 ist dabei, sein Team voll und ganz im Sinne von Kocak auszurichten. Der Trainer begibt sich dadurch in eine gewisse Bringschuld, was Leistungen und letztlich Ergebnisse angeht. Dafür ist der Teamgeist bekanntlich entscheidend, der nun nicht zwingend leiden muss. Allerdings kann das Absägen der Führungsspieler durchaus einen negativen Effekt haben. "Bei den anderen kann sich schon mal der Gedanke entwickeln: Bin ich vielleicht der Nächste?", skizziert Herzog.

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Lars Pollmann  
23.08.2020