Neuer HSV-Keeper

Ulreich: "Von Nübels Verpflichtung wurde ich erst im Flieger informiert"

Sven Ulreich will beim HSV Stammtorhüter werden.
Sven Ulreich will beim HSV Stammtorhüter werden. Foto: Getty

Torhüter Sven Ulreich verließ zum Ende der Transferperiode den FC Bayern, um beim HSV Stammtorhüter zu werden. Die Entscheidung, den Bankplatz bei den Münchnern aufzugeben, war lange im 32-Jährigen gereift. Nun spricht er über seinen Wechsel nach Hamburg.

Fünf Jahre stand Sven Ulreich beim FC Bayern unter Vertrag. Hatte, wenn Stammtorhüter Manuel Neuer nicht gerade verletzt war, stets die Rolle als Backup-Keeper inne. Mit seinem Wechsel zum HSV soll sich dieser Umstand ändern: "Ulle" forciert, die Nummer 1 im Tor der Rothosen zu werden.

"Kann mich hier weiterentwickeln und will helfen"

"Ich bin hierhergekommen, um mehr Spielzeit zu bekommen. Ich hoffe, dass das der Fall sein wird", teilte der 32-Jährige im Interview mit Sport1 bezüglich seines Wechsels in den Norden mit und erklärte seinen Transfer in die 2. Bundesliga: "Für mich ist es kein Rückschritt. Ich kann mich hier weiterentwickeln und will helfen, unsere Ziele zu erreichen. Hier herrscht ein gutes Klima und die Spieler wissen, um was es geht. Trotzdem müssen wir hart arbeiten. Das werde ich den jungen Spielern auch vermitteln. In der zweiten Liga bekommen wir nichts geschenkt. "

"War sofort von dem Projekt überzeugt"

Der HSV konnte Ulreich in den Gesprächen überzeugen, ihm eine persönlich bessere Perspektive als zuletzt bei den Bayern aufzeigen: "Die Gespräche mit Michael Mutzel (Sportdirektor, d. Red.) und Jonas Boldt (Vorstand Sport, d. Red.) waren super. Ich war sofort von dem Projekt überzeugt. Davon möchte ich ein Teil sein."

Nach Nübel-Transfer: "Ab diesem Zeitpunkt war es mir bewusst"

Die Entscheidung, den deutschen Rekordmeister zu verlassen, sei im 1,92 Meter großen Schlussmann von alleine gereift, wie er offenbarte: "Die Bayern haben mit Alexander Nübel einen Torwart verpflichtet, der für die Zukunft eingeplant ist. Aber unabhängig von seinem Wechsel: Ich hätte mich nicht damit zufriedengegeben, noch ein Jahr auf der Bank zu sitzen und nicht regelmäßig Spiele zu bekommen."

Die Verpflichtung des 24-jährigen Nübel, der ablösefrei von Schalke 04 kam, gab letztlich nur den endgültigen Auslöser für Ulreichs Entschluss. "Es stimmt, ich wurde darüber erst im Flieger informiert, während der Transfer fast zeitgleich offiziell bekannt wurde. Das hätte man anders lösen können", verriet der in Schorndorf geborene Torhüter und fügte an: "Natürlich war ich in dem Moment enttäuscht, aber ab diesem Zeitpunkt war mir bewusst, dass ich umsetzen will, was ich schon lange im Kopf hatte: Endlich wieder spielen zu wollen."

Beim HSV soll dies nun endlich wieder der Fall sein. Beim sechsmaligen deutschen Meister hat Ulreich ein Arbeitspapier bis 2023 unterzeichnet.

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Adrian Kuehnel  
10.10.2020