Arminia-Innenverteidiger ungeschickt

U21-Coach Kuntz kritisiert Piepers Notbremse als einen "Lerneffekt"

Mit diesem Klammergriff holte Amos Pieper (r.) seinen Gegenspieler von den Beinen - Notbremse, Rote Karte.
Mit diesem Klammergriff holte Amos Pieper (r.) seinen Gegenspieler von den Beinen - Notbremse, Rote Karte. (Foto: JASPER JACOBS/BELGA/AFP via Getty Images)

Die Rote Karte von Amos Pieper war für die U21-Auswahl Deutschlands bei der gestrigen 1:4-Niederlage in Belgien eine Schlüsselszene. Bundestrainer Stefan Kuntz hätte den Innenverteidiger von Arminia Bielefeld gern abgeklärter gesehen, sieht die ganze Situation aber als "Lerneffekt".

"Etwa bis zur 20. Minute haben wir ein sehr gutes Spiel gemacht, es hat dominant ausgesehen", sagte U21-Coach Kuntz nach der Partie. Doch der Platzverweis (18.) von Innenverteidiger Pieper sorgte für einen Wendepunkt im Spiel. Ein Pass in die Schnittstelle der deutschen Abwehr sorgte dafür, dass Belgiens Angreifer Lois Openda freie Bahn zum Tor hatte. Kurz vor der Strafraumgrenze umklammerte Pieper seinen Gegenspieler kurz, der dann zu Boden ging. Notbremse, Rote Karte, Deutschland in Unterzahl! Bitter nur, dass der fällige Freistoß verwandelt wurde und somit für das 1:0 der Gastgeber sorgte.

Kuntz erklärt, wie es richtig gewesen wäre

"Bitter würde ich nicht sagen", meinte Kuntz angesprochen auf die Szene. "Die Rote Karte ist nur dann umsonst, wenn wir nicht daraus lernen." Statt, dass Pieper seinen Gegenspieler von den Beinen holte, hätte der junge Innenverteidiger von Arminia Bielfeld ihn lieber schießen lassen sollen. "Wenn es einen Stellungsfehler gibt und der Gegner sich eine bessere Position erarbeitet hat, dann muss man auch mal in den sauren Apfel beißen", analysierte Kuntz weiter. "Wir haben mit Lennart Grill einen hervorragenden Torwart. Aber auch, wenn der Stürmer es überragend macht und das Tor erzielt, spielen wir mit elf Mann weiter." Laut dem 57-jährigen Coach ein "Lerneffekt" für seinen ungeschickten Schützling.

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Tom Jacob  
09.09.2020