120 Minuten auf der Bank

Tuchel: Werner meldete sich vorm FA-Cup-Finale selbst ab

Werner kam im Finale nicht zum Einsatz. Foto: Getty Images
Werner kam im Finale nicht zum Einsatz. Foto: Getty Images

Der FC Chelsea entwickelt langsam aber sicher ein Elfmeter-Trauma, wenn es gegen den FC Liverpool geht. Nach dem Ligapokal verloren die Blues am Samstag auch das weitaus wichtigere Endspiel um den FA-Cup gegen die Reds nach der Entscheidung aus elf Metern. Timo Werner wurde auch ohne Einsatz zum Gesprächsthema.

Dass der sprintstarke Angreifer gegen müder werdende Liverpooler Abwehrspieler eine Waffe gewesen wäre, lag eigentlich auf der Hand. Umso verwunderlicher, dass Thomas Tuchel den Nationalspieler 120 Minuten auf der Bank schmoren ließ. Nicht wenige Beobachter wähnten darin ein klares Signal an den Ex-Leipziger, der 2020 für angeblich 53 Millionen Euro nach London kam, sich doch im Sommer einen neuen Klub zu suchen. Zumindest die Schlussfolgerung war dabei aber wohl voreilig, wie Tuchel nach dem Spiel erklärte.

Kein Treffer ohne deutsches Offensivduo

"Timo war angeschlagen und hat sich beim Aufwärmen nicht gut gefühlt und gesagt, dass er nicht spielen kann", zitiert die Boulevardzeitung Daily Mirror den Chefcoach von Chelsea. Weil auch Kai Havertz ausgefallen war, vertrat nur Antonio Rüdiger das deutsche Kontingent der Blues im Finale. Ob Werner und sein DFB-Kollege Havertz einen Unterschied hätten ausmachen können? Tuchel jedenfalls war auch angesichts einer Niederlage in der Lotterie Elfmeterschießen zufrieden mit seinem Team.

"Der Mannschaft gesagt, dass ich stolz auf sie bin"

"Ich habe der Mannschaft gesagt, dass ich stolz auf sie bin", betont Tuchel. "Der Unterschied zwischen uns und Liverpool ist, dass sie Mittwoch und Samstag abliefern können. Da kommt die Lücke her, sie können die Performance öfter abrufen. Sie haben ihr Team aber auch schon für längere Zeit zusammen." Die Saison endet so für Tuchel und Chelsea mit den internationalen Titeln im UEFA Supercup und der FIFA Klub-WM, aber ohne Weihen in England. Auch die Champions-League-Qualifikation ist derzeit noch nicht gesichert.

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Lars Pollmann  
15.05.2022