Sperre für Chelsea-Coach endgültig

Tuchel-Ärger? Conte: "Stolz, wie ich mich verhalten habe"

Der Handshake des Anstoßes zwischen Conte und Tuchel. Foto: Getty Images
Der Handshake des Anstoßes zwischen Conte und Tuchel. Foto: Getty Images

Thomas Tuchel hat seine Berufung gegen die Sperre für ein Spiel nach dem Platzverweis infolge des Schlusspfiffs der Partie gegen die Tottenham Hotspur verloren. Der deutsche Coach muss am Samstag der Seitenlinie fernbleiben, wenn die Blues gegen Leicester City antreten. Dies hat der englische Verband am Freitag offiziell bekanntgegeben. Dabei veröffentlichte die FA auch die Stellungnahmen von Tuchel und Antonio Conte.

Der Streit zwischen den beiden Coachs, der um ein Haar in einem Handgemenge geendet wäre, hat mit der endgültigen Sperre für den Chelsea-Trainer sein Ende gefunden. Die Statements der beiden Streithähne gegenüber dem Verband zeigen dabei, wie unterschiedlich die Wahrnehmung der Szenen nach Abpfiff waren. Conte nimmt großen Anstoß an der Aggressivität, die Tuchel mit seinem Handshake gezeigt habe. "Ich war überrascht und nicht erfreut, dass er mich mit so viel physischer Kraft gezogen hat. Ich habe wegen dieser Provokation nicht überreagiert und bin unter den Umständen stolz, wie ich mich verhalten habe", heißt es beim Italiener. "Hätte ich irgendwie anders reagiert, bin ich der Ansicht, dass die Situation viel schlimmer geworden wäre."

"Zeichen mangelnden Respekts mir gegenüber"

Tuchel akzeptiert zwar, dass er Conte nicht hätte festhalten sollen, macht aber das vermeintlich respektlose Verhalten des gegnerischen Trainers für sein Handeln verantwortlich. "Herr Conte hat meine Hand genommen, aber mich nicht angeschaut, was ich als Zeichen mangelnden Respekts mir gegenüber betrachtet habe. Ich habe ihn deshalb festgehalten und ihm gesagt, er solle mir in die Augen schauen, wenn er meine Hand schüttelt." Daraufhin habe Conte ihm etwas auf italienisch entgegnet und "sehr aggressiv mir gegenüber gehandelt", so Tuchel.

Unverständnis für ungleiche Bestrafung

Er selbst habe auf die Aggression nicht reagiert und auch keine beleidigenden Worte gewählt. Dennoch akzeptiere er, so Tuchel, dass er die Angelegenheit besser in Ruhe und unter vier Augen geregelt hätte. Großes Verständnis für den englischen Verband hat er derweil nicht, jedenfalls nicht für die ungleiche Bestrafung der beiden Kontrahenten. "Ich verstehe meine Sperre und gut, aber ich verstehe nicht, dass der andere Trainer nicht dieselbe Bestrafung bekommt", hatte Tuchel vor der Partie gegen Leicester geäußert. Die darf er nun nicht an der Seitenlinie beobachten.

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Lars Pollmann  
26.08.2022