Wechselhafte Stimmung im Umfeld

Trotz Platz 6: Warum Eintracht in einer "Aber"-Saison steckt

Die Eintracht kämpft, aber gegen Union wollte es einfach nicht für ein Tor reichen.
Die Eintracht kämpft, aber gegen Union wollte es einfach nicht für ein Tor reichen. Foto: Getty Images

Die Stimmungslage bei Eintracht Frankfurt ist auch nach dem torlosen Remis wieder schwankend. Die Bewertung fällt enorm schwer, positive Ansätze und schwache Momente wechseln sich regelmäßig ab. Ansgar Knauff erlebt ebenfalls eine Spielzeit zwischen diesen beiden Extremen. Das Wörtchen "aber" fällt insgesamt sehr häufig.

Aus Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Christopher Michel

Eintracht und Knauff: Das große "aber"

Sieben Bundesligatore, zwei Vorlagen, 1.689 Minuten auf dem Feld: Ansgar Knauff sagte nach dem torlosen Remis von Eintracht Frankfurt gegen Union Berlin auf fussball.news-Nachfrage nicht ohne Grund, dass er "zufrieden" sei mit seiner persönlichen Entwicklung. Dann folgte jedoch schnell das große und selbstkritische "aber", es gehe eben "immer noch mehr". Der 22-Jährige steht somit als Sinnbild für die aktuell laufende Saison der Hessen. Schwach ist das trotz einiger kritischen Stimmen im Umfeld nicht, die Entwicklung geht voran, es gibt auch einige positive Ausschläge nach oben. Für die Bewertung stark oder herausragend fehlt aber doch noch ein gewisses Stück. Obwohl die Eintracht Platz sechs belegt und große Chancen hat, sich erneut für Europa zu qualifizieren, fehlt die Euphorie. Woran liegt das? 

Krösche: Viele Abschlüsse, "aber" nicht die nötige Ruhe

Den Frankfurtern konnte man gegen die massiert verteidigenden Berliner das Bemühen nicht absprechen. Und doch waren sie wieder da, die vielen Unsauberkeiten im Spiel nach vorne, die individuellen Aussetzer, die beinahe zu einem Gegentor geführt hätten. Sportvorstand Markus Krösche fasste vor allem den zweiten Durchgang korrekterweise zusammen: "Wir haben viele Abschlüsse, aber nicht die nötige Ruhe gehabt." Da war es wieder, dieses Wörtchen "aber".

Fehlende Konstanz? Auch Max rätselt

Auch Philipp Max rätselt über die fehlende Konstanz. "Wenn wir von Beginn an sehr viel Bereitschaft, Wille und Herz gezeigt haben, dann haben sich aber auch fußballerische Qualitäten entwickelt. Da immer wieder anzusetzen ist wichtig, aber auch anstrengend", so der Linksverteidiger der Eintracht. Auch hier wieder: "aber". Obwohl die Frankfurter aktuell nur fünf Mannschaften vor sich haben, gibt es so viele Schwankungen und verbesserungswürdige Dinge. Da wären vor allem: Standardsituationen, Torgefahr, Konstanz.

Eintracht hat den sechsten Platz als Ziel ausgegeben

Doch wie bekommt man sie rein, diese von allen Vereinen gewollte und nur von Bayer Leverkusen und dem VfB Stuttgart praktizierte Konstanz? Aktuell gelingt es der Eintracht selbst über 90 Minuten kaum, diese Konstanz auf den Platz zu bringen. Knauff forderte: "Daran müssen wir in Training und Analyse arbeiten." Knauff hat den Glauben daran, dass das auch in dieser Saison noch gelingt, nicht verloren: "Spieler und Trainer, es ist alles da. Wir müssen alles geben, um das Maximum herauszuholen." Platz sechs ist die klar definierte "rote Linie" bei den Frankfurtern. Drüber wird sich entscheiden, wie die Wertung der Spielzeit - trotz frühen Ausscheidens in DFB-Pokal und Conference League - ausfällt - und ob das Prädikat "Aber"-Saison vermieden werden kann.

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Christopher Michel  
01.04.2024