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Trotz Hütters Taktikcoup in Berlin: Warum die Eintracht Verstärkung braucht

Frankfurts Trainer Adi Hütter (r.) im Gespräch mit Rechtsverteidiger Almamy Toure. Foto: Imago

Beim 3:1-Auswärtserfolg in Berlin überraschte Frankfurts Trainer Adi Hütter mit zwei Neuen in der Startelf. Der Matchplan ging am Ende vollends auf, dennoch dürfte Hütters Wunsch nach Verstärkungen bleiben.

Eintracht Frankfurt lief am Freitagabend bei Hertha BSC mehr als der Gegner (rund zwei Kilometer) und gewann deutlich mehr Zweikämpfe (57 Prozent) als die Herthaner. Trainer Adi Hütter setzte im Vorfeld überraschend auf Abräumer Stefan Ilsanker und Rechtsverteidiger Almamy Toure. Was zunächst durchaus überraschend war, mündete in einem echten Taktikcoup. Der 23-jährige Toure gewann 62 Prozent seiner Zweikämpfe, der Österreicher zwar nur 38 Prozent, was aber dadurch relativiert wird, dass er fünf Fouls spielte, teils auch taktischer Natur.

Selbst der Gegner musste den Matchplan anerkennen

Nicht umsonst sprach Hertha-Keeper Alexander Schwolow nach der Partie auf DAZN von Frankfurtern, die die Berliner vor allem in der ersten Hälfte "abgekocht" und ihnen den "Schneid abgekauft" haben. Die "alte Dame" hatte über die volle Distanz gesehen zwar mehr Spielanteile (56 Prozent Ballbesitz, 12:11 Torschüsse), doch die Elf von Adi Hütter zeigte sich bissiger, griffiger und am Ende auch zielstrebiger. Wenig verwunderlich, dass die ersten beiden Treffer von Eintracht Frankfurt aus Standardsituationen resultierten. Der Matchplan beinhaltete den Aspekt, dem Gegner den Ball zu überlassen, gleichzeitig aber mit Zweikampfhärte im Mittelfeld die Räume eng zu machen, kompakt zu verteidigen und Nadelstiche nach vorne zu setzen.

Hütters Wunsch wird bleiben

Gegen die Hertha, die mit einem laufstarken Mittelfeld aufwartete, ein nachvollziehbarer Plan. Doch die Rufe Hütters, der vor dem Spiel auf Nachfrage von fussball.news noch den Wunsch nach kreativen Offensivkräften geäußert hatte, werden nicht verstummen. Gerade gegen Gegner, die es umgekehrt halten und den Hessen entsprechende Ballbesitzzeiten zugestehen, braucht es andere Elemente, Ideen und die geforderte Kreativität. Der 50-jährige Österreicher sprach von "Power" und "Wucht", die seine aktuellen offensiven Außen verkörpern. Gegen Berlin genau das richtige Mittel, eine Woche zuvor gegen die Arminia war es allerdings noch anders.

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Benjamin Heinrich  
27.09.2020