Salihamidzic reagiert

Trotz Hernandez-Schock: Bayern will nicht nachlegen

Hernandez ist der große Pechvogel der ersten WM-Tage. Foto: Getty Images
Hernandez ist der große Pechvogel der ersten WM-Tage. Foto: Getty Images

Für den FC Bayern ist der GAU bei der WM bereits nach wenigen Tagen eingetreten: Weil die Münchner eines der größten Kontingente aller Klubs abstellen, ist die Sorge vor Verletzungen ein steter Begleiter. Nun hat es Lucas Hernandez erwischt, der sich beim Auftakt mit Frankreich gegen Australien am Dienstagabend einen Kreuzbandriss zugezogen hat.

"Wir sind natürlich alle geschockt und bedauern das sehr. Aber Lucas ist ein Kämpfer und wird stark zurückkommen. Er kriegt alle Unterstützung, die möglich ist", erklärt Hasan Salihamidzic gegenüber dem kicker. Laut des Sportvorstands der Bayern wird Hernandez zeitnah aus der Golfregion abreisen. Er soll bei Kniespezialist Dr. Fink in Innsbruck operiert werden, der zuletzt schon Sadio Mane behandelt hatte. Eine Verletzung am Wadenbeinköpfchen hat den Angreifer die WM mit dem Senegal gekostet, bei Teamkollege Hernandez ist sogar das Aus für die restliche Saison wahrscheinlich.

Defensive nicht besonders üppig besetzt

Den FC Bayern bringt das in ein gewisses Dilemma, denn schon vor der Verletzung war der Kader in der Defensive nicht besonders üppig besetzt. Mit Matthijs de Ligt, Dayot Upamecano und Benjamin Pavard stehen ohne Hernandez zwar drei Top-Innenverteidiger zur Verfügung, Pavard ist aber auch rechts eingeplant. Der dort ansässige Marokkaner Noussair Mazraoui gilt intern nun wohl auch als erster Ersatz für Alphonso Davies auf links, wenn der Kanadier Pausen braucht. Josip Stanisic wird nach der WM-Pause wohl auch mehr Spielanteile erhalten, der Kroate ist aber noch unerfahren auf höchstem Niveau.

Taktik oder echte Absage?

Dennoch will Salihamidzic nicht nachlegen. "Wir werden im Winter nichts machen", erteilt er Transfergedankenspielen eine Absage. Dabei könnte es sich freilich auch um Taktik handeln. Schließlich macht es selten Sinn, als einkaufender Klub verbal schon im Vorfeld einer Wechselperiode mit Geldscheinen zu wedeln. Sollte sich eine passende Gelegenheit auftun, wird sich der FC Bayern sicher überlegen, ob ein Transfer nicht doch Sinn macht. Nicht zuletzt auch, weil Hernandez ja beileibe nicht zum ersten Mal länger fehlt und sein Vertrag auch nur noch etwas mehr als anderthalb Jahre gültig ist.

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Lars Pollmann  
23.11.2022