Frankfurt wieder mit Nationalspieler

Trapp mit historischer Eintracht-Marke im DFB-Team

Kevin Trapp kehrte von Paris Saint-Germain zurück zur Eintracht.
Keeper Kevin Trapp kehrte 2018 von Paris Saint-Germain zurück zur Eintracht. Foto: Getty Images

"Unlucky end but a great fight from the team", schrieb Kevin Trapp auf Instagram nach seinem Einsatz für die deutsche Nationalmannschaft gegen Spanien (1:1). Der Keeper erhielt für seine Leistung im DFB-Team gute Bewertungen und setzte aus Frankfurter Sicht eine historische Marke.

Mit Kevin Trapp stand erstmals in diesem Jahrtausend ein Spieler von Eintracht Frankfurt in einem Pflichtspiel der deutschen Nationalmannschaft auf dem Platz. Eine bedeutende Marke für die Eintracht, die noch in den 1970er Jahren (Bernd Hölzenbein), 1980er Jahren (Thomas Berthold) und 1990er Jahren (Uwe Bein) wie selbstverständlich bedeutende Spieler im DFB-Team stellte. Doch als sich die Eintracht gegen Ende der 1990er Jahre zur "Fahrstuhlmannschaft" zwischen Bundesliga und Zweiter Liga entwickelte, sank auch die individuelle Qualität der Spieler ab. Nun aber arbeitet die Eintracht sportlich wie wirtschaftlich seit einigen Jahren wieder erfolgreich, womöglich hätten auch bereits Ex-Spieler wie Alex Meier vor wenigen Jahren einen Einsatz im DFB-Team verdient gehabt, doch es sollte nicht sein. Nun aber ist die Eintracht individuell noch stärker besetzt, der Sieg im DFB-Pokal 2018 und der Einzug ins Europa-League-Halbfinale 2019 haben auch den sportlichen Wert der Hessen nachhaltig erhöht.

Neuer und ter Stegen fehlten

Sicherlich profitierte Trapp, der vom kicker die gute Note 2,5 für das Spiel gegen Spanien erhielt, von der Abwesenheit der Stammkeeper Manuel Neuer (Bayern München) und Marc-Andre ter Stegen (Barcelona). Der 30-Jährige dürfte aber mit seiner Performance seinen Anspruch auf die Nummer drei im deutschen Team untermauert haben, die ihm einen Platz im DFB-Kader für die Europameisterschaft 2021 sichern würde.

Wer wird noch Nationalspieler?

Bleibt die Frage, ob die Eintracht schon bald noch einen deutschen Nationalspieler feiern kann. Zeitweise war Verteidiger Danny da Costa für das DFB-Team im Gespräch. Der Rechtsverteidiger musste aber in der vergangenen Saison zeitweise Rückschläge hinnehmen, in der Rückrunde zeigte er aber wieder starke Leistungen und soll laut Trainer Adi Hütter nun auch zum Führungsspieler bei der SGE aufsteigen. Die Außenverteidigerpositionen in der deutschen Nationalmannschaft gelten noch als Schwachstellen, gut möglich also, dass Bundestrainer Joachim Löw beim Neuaufbau seines Teams noch nach international erfahrenen Alternativen Ausschau hält. Auch im Mittelfeld sollte man Routinier Sebastian Rode und den aufstrebenden Dominik Kohr, der ebenfalls in Champions League und Europa League schon Partien absolvierte, nicht abschreiben. Dass die Eintracht nochmal zwanzig Jahre auf einen neuen Nationalspieler in einem Pflichtspiel des DFB-Teams warten muss, erscheint jedenfalls unwahrscheinlich.        

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Daniel Michel  
04.09.2020