BVB führt 3:0

Transfersommer 2022: Wie oft verliert der FC Bayern noch gegen Borussia Dortmund?

Niklas Süle wechselt vom FC Bayern zum BVB. Foto: Getty Images.
Niklas Süle wechselt vom FC Bayern zum BVB. Foto: Getty Images.

In diesem Jahr wird ein heißer Transfersommer erwartet. Borussia Dortmund hat dreifach vorgelegt, der FC Bayern wildert unterdessen bei Ajax Amsterdam. Auffällig ist, dass die beiden Rivalen auf dem Transfermarkt offenbar ein ähnliches Beuteschema verfolgen und häufig mit denselben Spielern in Verbindung gebracht werden. fussball.news blickt auf die jüngsten Transfer-Duelle zwischen Bayern und Dortmund zurück und wagt zugleich einen Vorausblick.

Karim Adeyemi

Karim Adeyemi lernte das Fußballspielen beim TSV Forstenried München und schaffte 2009 den Sprung zum FC Bayern. Nach zwei Jahren wurde er aus dem Nachwuchs aussortiert, kehrte nach Forstenried zurück und schaffte über die Spielvereinigung Unterhaching den Sprung zu Red Bull Salzburg. In der Mozartstadt gelang Adeyemi der Durchbruch im Profi-Bereich, ab der kommenden Saison wird er für Borussia Dortmund auf Torejagd gehen. Schon seit vielen Wochen lag der Transfer in der Luft, obwohl sich auch der FC Bayern mit Adeyemi beschäftigte. Im Oktober 2021 wurden Berater Thomas Solomon und Vater Abbey an der Säbener Straße gesichtet, in Dortmund wittert Adeyemi – auch mit Blick auf die deutsche Nationalmannschaft – jedoch die größere Chance auf einen Stammplatz. Das ist das 1:0 für den BVB im Transfer-Duell mit Bayern.

Nico Schlotterbeck

Nico Schlotterbeck ist in dieser Saison der Shootingstar des SC Freiburg. Die vergangene Spielzeit verbrachte der Innenverteidiger leihweise bei Union Berlin, nach seiner Rückkehr in den Breisgau gelang der Durchbruch. Schlotterbeck weckte mit seiner Robustheit in Zweikämpfen an Luft und Boden sowie seines offensiv ausgerichteten Verteidigungsstils das Interesse mehrerer Spitzenvereine. Bayern-Coach Julian Nagelsmann bemühte sich laut eines Berichts der Sport Bilddarum, Schlotterbeck von einem Wechsel nach München zu überzeugen – der 22-Jährige soll zu diesem Zeitpunkt aber schon dem BVB zugesagt haben. Ähnlich wie Adeyemi sieht Schlotterbeck den Wechsel nach Dortmund als „den nächsten richtigen Schritt“ – 2:0 für Schwarz-Gelb.

Niklas Süle

Der bisher größte Dortmunder Coup war die Verpflichtung von Niklas Süle. Der Innenverteidiger steht seit 2017 beim FC Bayern unter Vertrag, entschied sich allerdings gegen eine Verlängerung des auslaufenden Kontrakts. Süle klagte über mangelnde Wertschätzung, die ihm in den Gesprächen mit den BVB-Verantwortlichen stärker vermittelt wurde. „Ich hatte das Gefühl, als Mensch und Fußballer gewollt zu werden“, erläuterte Süle Anfang Februar im Interview mit der Bild-Zeitung – 3:0 für den BVB.    

Sebastien Haller

In den kommenden Monaten könnten sich Bayern und Dortmund weitere Transfer-Duelle liefern. So wird Sebastien Haller von Ajax Amsterdam mit beiden Klubs in Verbindung gebracht: In München könnte er auf Robert Lewandowski folgen, sollte sich der Top-Torjäger in diesem Sommer verabschieden, beim BVB wird Haller als Nachfolger von Erling Haaland gehandelt. Das Nachrichtenmagazin Spiegel will erfahren haben, dass sich der Ex-Frankfurter eine Zukunft in Dortmund vorstellen könne, die Ablösesumme soll auf 35 Millionen Euro beziffert worden sein (fussball.news berichtete). Zwar haben die Münchner Rechtsverteidiger Noussair Mazraoui von Ajax Amsterdam verpflichtet und stehen auch vor dem Transfer von Ryan Gravenberch, im Duell um Haller könnte Dortmund aber erneut im Vorteil sein und auf 4:0 erhöhen.

Konrad Laimer

Julian Nagelsmann und Marco Rose sehen in ihren Kadern eine ähnliche Baustelle. Beide Trainer wünschen sich für das zentrale Mittelfeld einen zweikampfstarken und im Pressing effektiven Spieler. Medienberichten zufolge haben Bayern und Dortmund daher ein Auge auf Konrad Laimer von RB Leipzig geworfen. Nagelsmann kennt Laimer aus gemeinsamen Tagen am Cottaweg, doch auch Rose weiß um die Qualitäten des 24-jährigen Österreichers, die er in der Nachwuchsabteilung von Red Bull Salzburg förderte. Im Podcast „kicker meets DAZN“ offenbarte Laimer, sich einen Wechsel vorstellen zu können, allerdings sollen auch zahlreiche Vereine aus der Premier League interessiert sein. Nicht ausgeschlossen, dass Bayern und Dortmund beide leer ausgehen.

Fazit

Als Uli Hoeneß im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk auf Julian Nagelsmanns erste Saison in München angesprochen wurde, versprach der Ehrenpräsident mit den Worten „there is more to come“ eine erfolgreiche Zukunft. Auf dem Transfermarkt liegt der deutsche Rekordmeister allerdings mit 0:3 gegen den BVB zurück, mit der Causa Haller droht sogar das 0:4. Aufgrund dessen sollte die sportliche Leitung an der Säbener Straße Hoeneß‘ Motto übernehmen, andernfalls könnte Bayern an Dominanz einbüßen.

Florian Bajus  
13.05.2022