England, der Branchenprimus

Offizielle Zahlen: Transfers, Ausgaben, Art der Wechsel - so lief das Jahr 2020

Wegen der Corona-Krise wurde bei Transferausgaben im Jahr 2020 nicht ganz so tief in die Tasche gegriffen wie zuletzt.
Wegen der Corona-Krise wurde bei Transferausgaben im Jahr 2020 nicht ganz so tief in die Tasche gegriffen wie zuletzt. (Foto: imago)

Hier kommen die offiziellen Zahlen zum Transferjahr 2020. Bis zum 5. Oktober hatten die Vereine aus der Bundesliga und vielen weiteren internationalen Ligen Zeit, Spieler noch zu kaufen, zu verkaufen, ver- oder auszuleihen. Während die Gesamtzahlen und Ausgaben in der Corona-Krise deutlich gefallen sind, stiegen andere Werte plötzlich an.

In den vergangenen Jahren stiegen die internationalen Transferzahlen immer weiter an. Laut der Unternehmergruppe KPMG wurden bei der FIFA im Jahr 2019 noch 9.087 Spieler-Wechsel verzeichnet, im aktuellen Kalenderjahr gingen nur 7.424 Transfers über die Bühne - etwa auf dem Niveau von 2016 (7.364).

1,59 Milliarden Euro weniger Ausgaben als 2019

Ähnlich wie bei den einzelnen Transferzahlen war das Jahr 2020 auch bei den Geldbeträgen etwa auf einem Level wie im Kalenderjahr 2016. Insgesamt wurden dieses Jahr 3,32 Milliarden Euro für Transfers ausgegeben, vor vier Jahren waren es 3,13 Milliarden. Zum Vergleich: 2019 war das rekordträchtigste Jahr, da war der Geldbetrag auf 4,91 Milliarden Euro gestiegen.

England knackte als einziges die Milliarden-Grenze

Von den fünf Top-Ligen Europas war Deutschland das sparsamste Land. Mit 333 Millionen Euro Transferausgaben ranken die Bundesliga und Co. unter den spanischen Ligen (348 Mio. Euro). Platz drei geht an Frankreich (474 Mio. Euro), die italienischen Ligen gaben stolze 667 Millionen Euro aus. Unangefochten an der Spitze befindet sich auch in Corona-Zeiten weiterhin England, in der Premier League und Co. wurden 1,4 Milliarden Euro in neue Spieler investiert.

Mehr ablösefreie Deals, mehr Leih-Geschäfte

Auffällig in diesem Jahr: Sowohl die Prozentzahlen der ablösefreien Wechsel (53,2 Prozent) als auch die der Leih-Geschäfte (19,2) sind dank des vergangenen Sommers angestiegen. Laut Sky habe sich der Prozentwert der verliehenen Spieler zum Vorjahr sogar mehr als verdoppelt. Für 13 Prozent aller Wechsel wurde Geld in Form einer Ablöse auf den Tisch gelegt, die restlichen 14,7 Prozent ergaben Vereinsrückkehrer nach jeweiliger Ausleihe. Der Wert der ablösefreien Wechsel sei deshalb so hoch, weil in den unteren Ligen oft nur mit Jahresverträgen gearbeitet werde.

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Tom Jacob  
12.10.2020