Teures Privileg

Der Transfermarkt verrät die vier Großmächte im internationalen Fußball

PSG hat alle Hebel in Bewegung gesetzt, um Kylian Mbappe (r.) zu halten. Foto: Getty Images.
PSG hat alle Hebel in Bewegung gesetzt, um Kylian Mbappe (r.) zu halten. Foto: Getty Images.

Die Corona-Pandemie hat einen großen Einfluss auf den Transfermarkt, einige Vereine können dennoch kräftig investieren. Dieses Privileg haben Paris St. Germain, Real Madrid, der FC Liverpool und Manchester City derzeit exklusiv.

Der Transfermarkt spielt dieser Tage so verrückt wie zu Vor-Corona-Zeiten. Paris St. Germain hat den Takt vorgegeben und den Vertrag von Kylian Mbappe bis 2025 verlängert - laut Spox und Goal inklusive eines Bonus von über 100 Millionen Euro; Real Madrid verpflichtete Aurelien Tchouameni für 80 Millionen Euro von der AS Monaco, wobei die Ablösesumme laut Medienberichten auf bis zu 100 Millionen Euro steigen kann; Selbiges gilt für den Betrag, den der FC Liverpool an Benfica für Darwin Nunez zahlen wird (Fixsumme 75 Millionen Euro); Manchester City hat derweil Erling Haaland von Borussia Dortmund per Ausstiegsklausel in Höhe von angeblich 75 Millionen Euro unter Vertrag genommen.

Barca und Bayern mit Schwierigkeiten

Das Quartett ist im diesjährigen Sommer der Vorreiter, alle anderen Transfers werden mit ihnen verglichen - doch auf ähnlichem Niveau sind kaum welche zu erwarten. So bemüht sich der FC Barcelona darum, Robert Lewandowski vom FC Bayern zu verpflichten, die Katalanen benötigen auf der anderen Seite jedoch 500 Millionen Euro, um das negative Kapital auszugleichen und können daher nicht vollständig in die Offensive gehen. Im Gegenzug verhandelt der FC Bayern mit dem FC Liverpool über die Ablösesumme für Sadio Mane, wobei der deutsche Rekordmeister für seine zweite Offerte Häme kassiert haben soll (fussball.news berichtete) und gefordert ist, nachzulegen. 

Die Schere geht auseinander

Dass weder Barca noch Bayern nach Belieben investieren können, zeigt auf, wie groß der Vorteil für diejenigen Vereine geworden ist, die von finanzkräftigen Investoren respektive Staaten gefördert werden. Zwar bedeutet dies nicht, dass PSG, Real, Liverpool und ManCity auch in der kommenden Saison im Halbfinale der Champions League stehen werden, dennoch handelt es sich um die vier individuell am besten besetzten Mannschaften Europas - weil sie die entsprechenden Mittel haben. Umso mehr sind die Verfolger gefordert, das monetäre Defizit durch taktische Raffinesse und einen besonderen Mannschaftsgeist auszugleichen. Als Paradebeispiel darf der FC Bayern beim Champions-League-Sieg 2020 dienen. 

Florian Bajus  
13.06.2022