Viel Bewegung in der Spitze

Transfermarkt der Gegensätze: Nur die Großen können tief in die Tasche greifen

Sergio Ramos und Lionel Messi (v.l.) sind in diesem Sommer zu Paris St. Germain gewechselt. Foto: Imago.
Sergio Ramos und Lionel Messi (v.l.) sind in diesem Sommer zu Paris St. Germain gewechselt. Foto: Imago.

Während nach Lionel Messi Cristiano Ronaldo seinen Verein gewechselt hat und Kylian Mbappe dem Duo folgen könnte, sind zahlreiche Vereine zu Sparmaßnahmen gezwungen. Der Transfermarkt war selten so gegensätzlich wie in diesem Sommer.

Auf vielen Ebenen steht der Transfermarkt still. Auch wenige Tage vor dem 31. August, der traditionell das Ende der Transferperiode markiert. Ein Großteil der Vereine ist kaum bereit, größere Ablösesummen zu zahlen, da die Corona-Pandemie große finanzielle Löcher hinterlassen hat. Zwar einigen sich die Verantwortlichen mit ihren Wunschspielern, wie Borussia Mönchengladbach mit William Pacho. Doch weil die Fohlen noch immer auf wichtige Transfereinnahmen warten, droht die Verpflichtung des Innenverteidigers zu platzen. 

Was wird aus Kostic?

Ein Zwist bahnt sich auch bei Eintracht Frankfurt an. Filip Kostic blieb Abschlusstraining vor dem Bundesligaspiel gegen Arminia Bielefeld fern, wird auch im Spieltagskader fehlen. Angeblich soll der Flügelspieler einen Wechsel forcieren, Lazio gilt als interessiert. Ob ein Verein die Ablöseforderungen der Eintracht erfüllt, bleibt jedoch abzuwarten, da die Eintracht bei Kostic auf einen ähnlichen Betrag hoffen dürfte wie im Falle von Andre Silva, der für 23 Millionen Euro zu RB Leipzig gewechselt ist.

Messi und Ronaldo wechseln - Mbappe auch?

In den vergangenen Wochen hat sich jedoch eine Elite herauskristallisiert, die auch zu Corona-Zeiten mächtig investieren kann. Dazu gehört nicht der FC Bayern, dafür aber der FC Chelsea, der Romelu Lukaku für 115 Millionen Euro verpflichtet hat. Jack Grealish wechselte für 117,5 Millionen Euro von Aston Villa zu Manchester City, während Manchester United tief für Jadon Sancho (85 Millionen Euro), Raphael Varane (40 Millionen Euro) und nun auch Cristiano Ronaldo in die Tasche gegriffen hat. Und dann wäre da noch Lionel Messi, der Paris St. Germain zwar keine Ablösesumme, dafür aber ein hohes Gehalt kosten dürfte - genau wie Sergio Ramos, Gianluigi Donnarumma, Georginio Wijnaldum sowie der für 60 Millionen Euro verpflichtete Achraf Hakimi. Unterdessen hat Real Madrid kürzlich ein Angebot über 160 Millionen Euro für Kylian Mbappe eingereicht, das von Paris als zu niedrig beziffert wurde. 

Top-Spieler für Top-Klubs

Nur in der absoluten Spitze ist der Transfermarkt in Bewegung, was angesichts der großen wirtschaftlichen Verluste in den vergangenen eineinhalb Jahren kaum zu erwarten war. Da die Top-Klubs aber fast ausschließlich Top-Spieler verpflichten, bleibt der Pyramiden-Effekt, von dem die mittleren und kleineren Vereine in den vergangenen Jahren profitiert haben, aus. Die Schere zwischen Arm und Reich droht daher weiter auseinanderzugehen, was sich auch in den kommenden Jahren auf den Transfermarkt auswirken könnte.

Florian Bajus  
28.08.2021