1. und 2. Liga

Toppmöller und Co.: 5 Co-Trainer mit Chefcoach-Potenzial

Toppmöller vertrat Nagelsmann bereits diese Saison. Foto: Getty Images
Toppmöller vertrat Nagelsmann bereits diese Saison. Foto: Getty Images

Das Magazin Sport Bild hat im Sommer zusammengerechnet, dass sich insgesamt 159 Trainer um die 18 Bundesliga-Klubs kümmern. Ein Großteil von ihnen arbeitet freilich im Hintergrund ohne große Öffentlichkeit. Neben den Chefcoachs kennen die meisten Fans für gewöhnlich allenfalls noch die Namen der Co-Trainer.

Für die Entwicklung der Mannschaften sind die Assistenten oft kaum weniger wichtig als die Cheftrainer, auch wenn die letztlich die Entscheidungen treffen und für sie gerade stehen müssen. So mancher Übungsleiter in den Bundesligen hat selbst eine Vergangenheit als Co-Trainer hinter sich, nach wie vor ist es einer der klassischen Karriereschritte auf dem Weg zu einer Amtszeit als Chefcoach. fussball.news nennt fünf Assistenten aus der 1. und 2. Liga, die das Potenzial zum Trainer in der ersten Reihe haben.

Dino Toppmöller, FC Bayern

Eine Corona-Infektion von Julian Nagelsmann hat Toppmöller unverhofft bereits in der Hinrunde die Chance gegeben, sich im Fokus der Öffentlichkeit zu beweisen. Der Sohn des langjährigen Bundesliga-Trainers Klaus Toppmöller war für vier Spiele der erste Vertreter von Nagelsmann, überzeugte dabei trotz der historischen Klatsche im DFB-Pokal gegen Borussia Mönchengladbach. Der 41-Jährige war schon Chefcoach in Luxembourg, auch hierzulande dürfte es damit nicht mehr allzu lange dauern.

Rene Maric, Borussia Dortmund

War es beim FC Bayern eine Infektion des Cheftrainers, bot beim BVB eine Sperre von Marco Rose die Möglichkeit, zwei seiner Assistenten genauer zu beobachten. Alexander Zickler übernahm die Öffentlichkeitsarbeit, Maric gilt im Trainerteam aber sowieso eher als das Hirn. Der 29-Jährige hat einen der spannendsten Lebensläufe aller Bundesliga-Coachs, absolvierte ein Master-Studium der Psychologie und ist Mitbegründer der Plattform Spielverlagerung.de. Schwer vorstellbar, dass es den Österreicher nicht irgendwann reizen wird, seine Ideen als Hauptverantwortlicher umzusetzen. Augenblicklich fehlte es noch an der nötigen UEFA-Pro-Lizenz

Florian Bruns, SC Freiburg

Freiburg überwintert auf Tabellenplatz drei der Bundesliga und ist damit die große Sensation. Die Lorbeeren kassiert vor allem Christian Streich ein, der Chefcoach wäre aber kaum so beliebt, wenn er sie alleine beanspruchen würde. Tatsächlich weiß der Kult-Trainer ein breit aufgestelltes Team hinter sich. Ex-Profi Bruns gilt als Spezialist für Standardsituationen, deren Bedeutung im modernen Fußball immer größer wird. Wenn der 42-Jährige Ambitionen auf einen Chefposten hegt, müsste er dafür noch den Fußballlehrer machen. In Freiburg gibt es beste Vorbilder für den Aufstieg von Co-Trainern. Streich zum Beispiel startete seine Bundesliga-Karriere als Assistent. 

Tobias Schweinsteiger, 1.FC Nürnberg

Mit Robert Klauß hat der FCN ein spannendes Trainer-Talent als Chefcoach, dessen langfristige Zukunft wohl im Oberhaus liegen dürfte. Als kürzlich die Verträge seiner Assistenten verlängert wurden, fehlte der Name Schweinsteiger. Der 39-Jährige macht keinen Hehl aus seinen Ambitionen, selbst eine Mannschaft übernehmen zu wollen, er war bereits beim Hamburger SV und Werder Bremen im Gespräch. Es ist eine Frage der Zeit, wann der Bruder vom WM-Helden Bastian Schweinsteiger die Chance bekommt.

Reiner Maurer, FC Augsburg

Während die oben genannten Trainer alle der Kategorie junger Assistenten zuzuordnen sind, blickt Maurer mit 61 Jahren schon auf eine lange Karriere zurück. In der war der bayerische Schwabe auch schon mehrfach Chefcoach, etwa zweimal bei 1860 München. Zuletzt führte er Türkgücü München an die Spitze der Regionalliga Bayern, blieb aber nicht nach dem Aufstieg in die 3. Liga. Außer bei den Löwen durfte sich Maurer noch nie über längere Zeiträume beweisen, dabei fällt seine Bilanz bei vielen Stationen ordentlich aus. Die Frage ist, ob sich der Ex-Profi noch einen Chefposten antun würde, oder er als Co-Trainer von Markus Weinzierl beim FCA zufrieden ist.

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Lars Pollmann  
25.12.2021