"Konzept für ein neues Schalke fix und fertig in der Schublade"

Tönnies: "Große Sorge, dass Schalke durchgereicht wird"

Tönnies macht sich Sorgen um Schalke. Foto: Imago
Tönnies macht sich Sorgen um Schalke. Foto: Imago

Der FC Schalke 04 eröffnet die neue Saison gegen den Hamburger SV. Das klingt nach großem Glamour, findet allerdings erstmals als Duell in der 2. Bundesliga statt. Nach dem Abstieg müssen die Königsblauen aufpassen, dass es nicht noch tiefer geht, warnt Ex-Boss Clemens Tönnies.

"Ich habe große Sorge, dass Schalke durchgereicht wird wie andere Klubs, schauen Sie sich die Entwicklung großer Vereine wie 1860 München oder Kaiserslautern an", so der langjährige Patron der Knappen gegenüber Welt am Sonntag. Die Münchner Löwen scheiterten zuletzt am Aufstieg in Liga zwei, die Roten Teufel verhinderten den Abstieg in die Regionalliga mit einiger Mühe. Tönnies, der seinen Posten als Aufsichtsratschef von Schalke voriges Jahr nach zahlreichen Skandalen niederlegte, glaubt, nur eine Strukturreform könne den Klub retten.

"Konzept für ein neues Schalke fix und fertig"

"Ich kann Ihnen sagen, dass das Konzept für ein neues Schalke fix und fertig in der Schublade liegt. Das hatte ich noch mit dem ehemaligen Vorstand erarbeitet", erklärt der Fleischerei-Unternehmer. Auf Schalke ist eine Reform weg von der Rechtsform eines eingetragenen Vereins ein großes Streitthema, die Ausgliederung der Profiabteilung ist für viele Fans ein absolutes Tabu-Thema. 

"Konnte mit damit nicht mehr identifizieren"

Beim von Tönnies mit erarbeiteten Vorschlag gehe es "um eine KGaA, also eine Kommanditgesellschaft auf Aktien, sprich Schalke gehört allen Mitgliedern, womit die Sicherstellung des Wertes von Schalke 04 gewährleistet wäre". Der 65-Jährige wäre wohl durchaus bereit, mit Rat oder Tat mitzuwirken. Schon in der Phase des sich abzeichnenden Abstiegs wäre er jederzeit verfügbar gewesen. "Aber die Verantwortlichen wollten sich emanzipieren", so Tönnies. "Ich bin Schalker durch und durch, aber in dieser Phase konnte ich mich, mit dem was dort passiert, nicht mehr identifizieren." Für viele Fans gilt das freilich auch in umgekehrter Richtung.

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Lars Pollmann  
27.06.2021