Ambrosius und Vagnoman verursachen "Gänsehaut"

Thioune über Rassismus-Erfahrungen: "Das löst etwas aus"

Thioune ist der einzige schwarze Trainer in den beiden Bundesligen. Foto: Imago
Thioune ist der einzige schwarze Trainer in den beiden Bundesligen. Foto: Imago

Daniel Thioune steuert mit dem Hamburger SV auf den ersehnten Aufstieg in die Bundesliga zu. Der Chefcoach der Rothosen ist der einzige schwarze Cheftrainer in den beiden Top-Ligen Deutschlands und hat selbst wiederholt Erfahrungen mit Rassismus gemacht.

Vor allem zu aktiven Zeiten kam es für den heute 46-Jährigen immer wieder zu Anfeindungen aufgrund seiner Hautfarbe. "Ich habe als Fußballer Momente erlebt, die ich mir nie ausgemalt hätte. Wenn man irgendwo im Osten unterwegs ist und 10.000 rufen: 'Haut den Neger um!', dann löst das etwas aus", so Thioune im Podcast HSV-Matrix (Zitat via Hamburger Abendblatt). Der Sohn einer Deutschen und eines Senegalesen, im niedersächsischen Städtchen Georgsmarienhütte geboren, hat ob dieser Erfahrungen auch ein bisweilen zwiespältiges Verhältnis zur deutschen Nationalmannschaft.

Ambrosius und Vagnoman verursachen "Gänsehaut"

"Es ist schwer, es bei einer Europa- oder Weltmeisterschaft mit den deutschen Farben zu halten. Dann distanziert man sich, obwohl man hier geboren und aufgewachsen ist", so Thioune. Inzwischen verbindet der HSV-Coach aber auch positive Erinnerungen an das DFB-Team. Dazu gesellt sich auch, dass seine Hamburger Jungprofis Stephan Ambrosius und Josha Vagnoman die Farben der Hanseaten bei der U21-EURO vertreten. "Sie haben den Adler auf der Brust und singen die deutsche Nationalhymne. Das ist ein besonderer Moment, da habe ich Gänsehaut", so Thioune. 

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Lars Pollmann  
28.03.2021

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