HSV blockierte

Thioune: "Hätte mir ein Werder-Engagement vorstellen können"

Thioune hatte mehrere Optionen, bevor es zur Fortuna ging. Foto: Getty Images
Thioune hatte mehrere Optionen, bevor es zur Fortuna ging. Foto: Getty Images

Daniel Thioune hat bei Fortuna Düsseldorf einen starken Start ins Traineramt hingelegt. Der 47-Jährige verlor nur das letzte von 13 Zweitliga-Spielen im Rheinland. Rechnet man seinen Punkteschnitt auf die ganze Saison hoch, wäre das Team auf dem Relegationsplatz gelandet. Dabei hätte der Chefcoach unter anderen Umständen nie in Düsseldorf angeheuert.

Nach seiner Beurlaubung beim Hamburger SV im Mai 2021 gab es durchaus reges Interesse an Thioune, wie er im Podcast 'Brückengeflüster' der Neuen Osnabrücker Zeitung bestätigt. Vor der Saison habe er bereits zwei Angebote abgelehnt, um sich mehr Zeit zu lassen. Anschließend hatte er selbst vor allem ambitionierte Zweitligisten im Visier. Im Herbst wurde da ein Posten bei Werder Bremen frei, für den die Hanseaten unter anderem auch Thioune auf dem Zettel gehabt haben sollen (fussball.news berichtete). "Werder hat sich für Ole Werner entschieden, dort hätte ich mir sicherlich auch ein Engagement vorstellen können", erklärt er nun.

HSV blockierte Werder-Wechsel

Aber auch wenn es mit Werner nicht geklappt hätte, wäre es wohl nicht stattdessen Thioune geworden. "Ich stand ja noch beim HSV unter Vertrag, und der hat nicht ein starkes Interesse verspürt, den Vertrag mit mir unter diesen Umständen aufzulösen." Immerhin waren die Nordrivalen sportliche Konkurrenten um die begehrten Aufstiegsplätze. Es wäre an Peinlichkeit schwer zu überbieten gewesen, hätte der HSV Thioune freigegeben, er hätte Werder in die Bundesliga geführt und die Rothosen wären wieder gescheitert. Letztlich kam es so, aber ohne Thioune.

"Deshalb habe ich mich gegen Hannover entschieden"

Der fand sich wenig später in Gesprächen mit Hannover 96 wieder und soll dort zeitweise sogar der Favorit gewesen sein. "Der HSV hatte da offen auch gesagt, dass man es sich hätte vorstellen können. Für mich gab es aber in den Wochen mehr Fragezeichen als Antworten, und deshalb habe ich mich auch gegen Hannover entschieden", betont Thioune. Gepasst hat es erst im Februar mit Fortuna Düsseldorf, es erwies sich für beide Seiten bisher als Glücksfall. "Ich habe mir nicht die erstbeste Adresse im Profifußball ausgesucht, sondern etwas, wo ich auf Menschen treffe, die mir zuhören, die es auch wertschätzen, wenn man etwas sensibler im Umgang ist, wenn eine Fehlerkultur dazugehört", freut sich Thioune.

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Lars Pollmann  
04.06.2022