Watzke dafür

Test im Supercup: Auto-Abseitserkennung bald in der Bundesliga?

Abseitsentscheidungen werden durch das neue System vereinfacht. Foto: Getty Images
Abseitsentscheidungen werden durch das neue System vereinfacht. Foto: Getty Images

Eintracht Frankfurt trifft am Abend in Helsinki im UEFA-Supercup auf Real Madrid. Beim Spiel um den durchaus prestigeträchtigen Titel werden Millionen von Zuschauern erstmals mit der halbautomatischen Abseitserkennung konfrontiert, die getestet wird und bei der Winter-WM dauerhaft im Einsatz sein soll. Es laufen auch schon Pläne, das System in der Bundesliga einzuführen.

"Wenn die Technik funktioniert und vor allem dazu führt, dass Abseitsentscheidungen schneller gefällt werden als durch den Video-Assistenten und den Schiedsrichter, muss man darüber nachdenken", erklärt Hans-Joachim Watzke gegenüber Sport Bild. Als Aufsichtsratsvorsitzender der DFL hat der Boss von Borussia Dortmund ein gehöriges Wort mitzureden, wenn es um solche Themen geht. Dem Magazin zufolge rechnet Jochen Drees als Projektleiter für den Videobeweis beim DFB mit der Einführung zur Saison 2023/24.

Teure Technik

Allerdings könnte es aus Kostengründen darauf hinauslaufen, dass die Technik zunächst nur in der Bundesliga, nicht aber in Liga zwei angewendet wird, so das Magazin. Für die halbautomatische Abseitserkennung werden Kameras in den Stadien installiert, die bis zu 50 Bilder vom Ball und den Spielern pro Sekunde schießen. Zudem liefert ein Chip im Spielgerät ständig Daten, um beispielsweise den Abspielzeitpunkt genauestens erfassen zu können. Der Vorteil des Systems: Es muss keine Abseitslinie mehr gezogen werden, die Schiedsrichterassistenten erhalten zudem in Echtzeit eine Warnung, wenn ein Spieler im Abseits steht.

Dauer der Überprüfungen mehr als halbiert

Die Unparteiischen auf dem Feld müssen nur noch klären, ob die Abseitsstellung strafbar ist oder nicht, zum Beispiel wenn es um die Frage geht, ob die Sichtlinie des Torhüters behindert wurde. Als wichtigstes Argument gilt die Zeitersparnis: Bislang dauert die Abseits-Überprüfung durch den VAR nach FIFA-Angaben durchschnittlich 70 Sekunden. Künftig sollen es nur noch 25 Sekunden sein. Für viele Fans ist der Videobeweis nicht zuletzt ein Ärgernis, weil er häufig für lange Unterbrechungen sorgt. Gerade das Stadionerlebnis, bei dem es bisweilen an der Information fehlt, warum das Spiel gerade unterbrochen ist, könnte sich so verbessern.

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Lars Pollmann  
10.08.2022