Pokalsieg & Königsklasse

Terzic: So habe ich den BVB zurück in die Erfolgsspur geführt

Das Gesicht des Dortmunder Erfolgs: Trainer Edin Terzic. Foto: Imago

Im Dezember des vergangenen Jahres musste Lucien Favre als Trainer von Borussia Dortmund seinen Hut nehmen. Auf ihn folgte Edin Terzic und der führte die Saison der Dortmunder zu einem guten und titelreichen Ende. 

Aus der Opel Arena in Mainz berichtet fussball.news-Reporter Benjamin Heinrich

Nach dem 1:3 zwischen dem FSV Mainz 05 und Borussia Dortmund saßen die beiden Trainer Bo Svensson und Edin Terzic gemeinsam auf dem Podium bei der Pressekonferenz. Beide hatten Grund zum Feiern. Die Mainzer hatten sich schon vor dem Spiel durch eine spektakuläre Aufholjagd in der Bundesliga gerettet, die Dortmunder hatten sich durch den Auswärtssieg die Champions League gesichert. Nach dem Pokalsieg unter der Woche der nächste Höhepunkt unter Terzic. fussball.news fragte nach der Partie beim 38-Jährige nach, wie er das vergangene halbe Jahre erlebt hat und wie er den BVB erfolgreich zu seinen Zielen geführt hat. 

Zunächst waren "die Ziele in weite Ferne gerückt"

"Es ist schwer das jetzt in Worte zu fassen. Wir haben ja nahezu zum gleichen Zeitpunkt angefangen. Wir kurz vor Weihnachten, Bo (Anm. d. Red.: Bo Svensson, Trainer des FSV Mainz 05) kurz danach. Wir haben von Anfang an versucht, einen Prozess einzuleiten, einen gemeinsamen Weg zu gehen." Worte, die damals zunächst wie Floskeln klangen und sich zunächst auch nicht bewahrheiteten: "Es war keine einfache Situation. Der Start war auch ein bisschen holprig, weil die Ergebnisse nicht gepasst haben. Dann sind die Ziele so ein bisschen in weite Ferne gerückt." Den Dortmundern fehlte lange vor allem die Konstanz in den Bundesligaspielen. In der Champions League scheiterte die Borussia erst im Viertelfinale an Manchester City. 

Für die Achterbahnfahrt in der Liga sah Terzic viele Gründe: "Wie wir dann viele Dinge kompensieren konnten, das fing an mit schweren Verletzungen, ging dann weiter, dass uns auch das Glück nicht immer zur Seite stand. Wir waren dann irgendwann die Mannschaft mit den meisten Pfosten- und Lattentreffern, die Mannschaft, die die meisten Tore nach individuellen Fehlern kassiert hat, dann kam dann noch eine Phase dazu, in der wir fünf oder sechs Elfmeter nicht verwandeln konnte. Wenn eine dieser Statistiken nicht gewesen wäre, hätten wir den einen oder anderen Punkt mehr gehabt. Dann wäre es deutlich einfacher geworden." 

Negativbeispiel Eintracht Frankfurt

Der zwischenzeitliche Tiefpunkt war eine 1:2-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt Anfang April, nach der der Rückstand auf Platz vier auf sieben Punkte anwuchs. Für Terzic ein Knackpunkt: "Wir wollten nach der Niederlage den Glauben wecken. Der Glaube an sich ist gut, kann Kraftstoff sein, aber es geht um harte Arbeit. Mit einer Leistungskultur, die man jeden Tag sieht und vorlebt." Die Folge: Zuletzt gewann der BVB in der Bundesliga sechsmal in Serie, holte so einen Sieben-Punkte-Rückstand in der Tabelle auf den lange Tabellenvierten Eintracht Frankfurt auf, überholte die Hessen und sicherte sich mit dem 3:1-Auswärtssieg in Mainz letztlich die Königsklasse. "Was bleibt, ist, dass wir diese Phase sehr gut überstanden haben, dass wir uns gefestigt als Mannschaft rausgekämpft haben. Das ist dieser Saison nicht allen Teams gelungen, besonders gibt es genug Beispiele, wo es dann eine Ankündigung gab, dass es einen neuen Trainer im Sommer gibt", dürfte Terzic wohl auch jene Eintracht gemeint haben, die nach dem bekanntgewordenen Wechsel von Trainer Adi Hütter zu Borussia Mönchengladbach ordentlich Federn gelassen und die Champions League verspielt hat. 

"Das macht uns unglaublich glücklich" 

Bei den Dortmundern hingegen folgte eine andere Reaktion auf die Verpflichtung von Marco Rose, der von Hütters neuem Arbeitgeber Borussia Mönchengladbach im Sommer nach Dortmund Wechseln wird: "Zwei Tage später fahren wir nach Sevilla und spielen dann so ein Spiel." 3:2 gewann die Borussia das Hinspiel im Achtelfinale, spielte drei Wochen später zu Hause 2:2 und zog ins Viertelfinale ein. Von der anschließend erfolgten Entwicklung kann Terzic gar nicht genug schwärmen: "Wie wir das als Gruppe alles aufgefangen haben, die ganzen Verletzungen, die ganzen schlechten Ergebnisse, die ganzen individuellen Fehler, das macht uns unglaublich glücklich. Ein grandioser Schlussspurt von uns, in dem wir noch beide Ziele erreicht haben, die wir uns ausgemalt haben. Wir sind sehr glücklich über den Abschluss der Saison. Das macht uns alle stolz."

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Benjamin Heinrich  
17.05.2021